Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
5. April 2016 in Iserlohn

Wirtschaftsforum Kreislaufwirtschaft

Wertstoffrückgewinnung, Anlagentechnik, Hightech-Materialrecycling – NRW weiß den Umweltschutz mit dem wirtschaftlichen Nutzen zu verbinden. Das Wirtschaftsforum Kreislaufwirtschaft in Iserslohn war Teil einer Reihe von Standort- und Wirtschaftsforen, die überall in Nordrhein-Westfalen die Entwicklung des Masterplans begleiteten.

Am 5. April 2016 fand in Iserlohn das Wirtschaftsforum Kreislaufwirtschaft statt. Ernst-Peter Rahlenbeck (Verein „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft e.V.“) begrüßte die rund 60 Teilnehmer auf dem Gelände der „Gesellschaft zur Förderung und Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgungswirtschaft“ (SASE gGmbH) und verwies auf die Errungenschaften der Branche für die Gesellschaft im Verlauf der letzten Jahrzehnte. Thomas Buch (MKULNV) und Dr. Margret Bracht (MWEIMH) begrüßten die Teilnehmer seitens der Landesregierung.

Anschließend gab Herr Buch Einblicke in die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen, wie das Paket der EU-Kommission zur Kreislaufwirtschaft, deren vorgeschlagene Maßnahmen grundsätzlich begrüßt werden. Kritisch zu hinterfragen seien jedoch die unzureichenden Vorgaben der EU-Kommission zum Vorrang des Recyclings gegenüber der thermischen Behandlung. Hierbei müsse durch eine explizite rechtliche Regelung sichergestellt werden, dass alle stofflich verwertbaren Abfälle zunächst einem Recycling zugeführt werden.
 

Herr Leifer steht vor Stellwänden, die mit verschiedenen Themenzetteln behängt sind
Dr. Christoph Leifer, MKULNV MKULNV

Anschließend präsentierte Oliver Lühr (Prognos AG) die branchenspezifischen Ergebnisse des Umweltwirtschaftsberichts. In seiner Präsentation zeigte er Stärken, Schwächen und Potenziale des Teilmarkts Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft auf. Besonders die Ressourcenwirtschaft – wozu die Marktsegmente „Stoffliche und energetische Verwertung“, „Abfallsammlung und –behandlung“, und „Anlagentechnik für die Abfallwirtschaft“ gerechnet werden – nimmt mit 61.900 Erwerbstätigen und einem Umsatz von rund 24,5 Mrd. eine herausragende Rolle innerhalb der Umweltwirtschaft ein. Dr. Rebbekka Loschen gab vor der Diskussion im Plenum Einblicke in die Arbeit der KlimaExpo.NRW. Sie zeigte Möglichkeiten für Unternehmen auf, ihre klimafreundlichen Innovationen der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Plenum wurden nach einer kleinen Pause Chancen und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft benannt und Handlungsansätze erarbeitet, die in den Masterplan Umweltwirtschaft miteinfließen. Die Ergebnisse wurden auf Karten zusammengefasst und auf Metaplanwänden festgehalten.

Die Veranstaltungsteilnehmer unterhalten sich an Stehtischen.
Reger Austausch MKULNV
Die Veranstaltungsteilnehmer unterhalten sich an Stehtischen.
Beim Get-Together MKULNV

Diskussion und gemeinsame Erarbeitung von Handlungsansätzen

Innovationen fördern

Die Teilnehmenden diskutierten über Wege, Innovationen in der Kreislaufwirtschaft zu identifizieren und anzuschieben. Dabei wurde eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen und Behörden gefordert. Auch sei es Aufgabe der Politik, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Innovationen seien in den meisten Fällen keine „Erfindungen aus dem Nichts“, sondern entstünden vielmehr durch Übernahme und Anpassung von innovativen Prozessen aus anderen Branchen. Die Politik könne dazu Plattformen zum gegenseitigen Austausch bereitstellen, um die Stakeholder zusammenzubringen (zum Beispiel entlang von Wertschöpfungsketten). Bei Produktinnovationen sollten sich Industrie und Recyclingbranche stärker vernetzen. Kluges Produktdesign sollte das Materialrecycling der Verpackung und des Produkts bereits mitdenken.

Innovationen, die gesetzliche Standards übertreffen, sollten stärker honoriert werden, z.B. über die Förderquote.

Innovationsscouts etablieren

Von einigen Teilnehmenden wurde angeregt, sogenannte Innovationsscouts zu etablieren. Diese könnten Unternehmen mit innovativen Produkten auf dem Weg zur Produkteinführung unterstützen und zum Beispiel Hilfestellungen bei Zulassungsfragen und bei Förderungsanträgen geben. In dem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die Dauer zwischen Förderantrag und Bewilligung bzw. Ablehnung möglichst gering gehalten werden sollte. Ziel der Unternehmen sei es, Innovationen so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.

Recyclingquote erhöhen

Die Etablierung eines Recycling Award wurde vorgeschlagen, um die Recyclingquote zu erhöhen. Als Vorbild dazu könnte der European Energy Award dienen.

Grundsätzlich wurde von den Teilnehmenden angemahnt, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Recycling möglichst verlässlich zu gestalten, um eine langfristige Planung in den Unternehmen sicherstellen zu können.

Fachkräfte

Der Bedarf sowohl an hoch qualifizierten als auch an einfachen Fachkräften ist auch in der Kreislaufwirtschaft hoch. Kritisch wurde im diesem Zusammenhang der vermeintliche Trend zur Abwertung der Ausbildung in Real- und Hauptschulen gesehen. Der Ausbildungsberuf des Recyclingwerkers müsse modularer und attraktiver gestaltet werden, um den Nachwuchs auch in diesem Bereich sicherzustellen.

Rahmensetzung und Normung

Zu prüfen sei, ob die Entsorgungsfachbetriebsverordnung durch die IED überholt sei. Im Übrigen sei eine schnellere Umsetzung des EU-Rechts, möglichst 1:1 wünschenswert.

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