1,9 Prozent jährliches Plus – ergibt 83.000 Erwerbstätige

Energieeffizienz und Energieeinsparung

Neben dem Ausbau von Erzeugungsanlagen und Versorgungsstrukturen für Erneuerbare Energien stellt die Verringerung des Energieverbrauchs die zweite Säule der Transformation zu einem langfristig nachhaltigen Energiesystem dar. Neue Technologien steigern dazu die Energieeffizienz und ermöglichen Energieeinsparungen.

Hierbei wird unterschieden zwischen Effizienz-Enablern und effizienten Produkten. Die Umweltwirtschaft umfasst davon nur die Effizienz-Enabler. Dies beinhaltet Technologien und Dienstleistungen, die effizientere Produktionsprozesse ermöglichen oder die Effizienz von Gebäuden erhöhen. Dagegen werden Produkte, die aus einer effizienten Produktion hervorgegangen sind, oder solche, die sich durch eine Effizienzsteigerung im Verbrauch auszeichnen, nicht zur Umweltwirtschaft gezählt bzw. bei der statistischen Abgrenzung der Umweltwirtschaft nicht erfasst.

Der Teilmarkt gliedert sich in zwei Marktsegmente: Das Marktsegment Energieeffiziente Gebäude vereint Produkte, welche die Energieeffizienz von Gebäuden erhöhen. Dies sind zumeist gebäudetechnisch integrierte Geräte oder Materialien, beispielsweise Dämmstoffe oder energieeffiziente Leuchttechnik. Zusätzlich erfasst werden auch die nötigen Dienstleistungen, um diese Technologien und Produkte zu installieren und einzurichten.
Im Marktsegment Energieeffiziente Produktionsprozesse und Technologien werden Produkte zusammengefasst, die in der Produktion und beim Einsatz von Maschinen und Geräten Energie einsparen können. Hierzu zählen unter anderem Vernetzungstechnik für Industrie-4.0-Lösungen und intelligente Steuerungssoftware für automatisierte Produktionsprozesse. Auch werden hier die zusätzlichen Beratungs- und Installationsleistungen erfasst, die für den Einsatz der genannten Technologien nötig sind.

Wirtschaftlicher Überblick und Entwicklung

Mit 83.000 Erwerbstätigen rangiert der Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung an dritter Stelle innerhalb der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft. Der Teilmarkt stellt damit 18 % der Erwerbstätigen und mit 11,6 Mrd. Euro Umsatz sowie 5,7 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung 16 % der Wirtschaftsleistung der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft. Das Marktsegment Energieeffiziente Gebäude vereint nahezu zwei Drittel des Umsatzes und der Bruttowertschöpfung des Teilmarktes. Darüber hinaus finden hier 71 % der Erwerbstätigen des Teilmarktes ihren Arbeitsplatz.

Der Teilmarkt zeigt ein stetiges positives Wachstum über alle Kennwerte hinweg. Bruttowertschöpfung (5,1 % p.a.) und Exporte (4,9 % p.a.) entwickelten sich besonders kräftig. Auch die Erwerbstätigenzahl ist stark (+1,9 % p.a.) angewachsen, während der Anteil der geringfügig Beschäftigten um 2,2 Prozent-Punkte gesunken ist. Das Wachstum war besonders stark bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (2,4 % p.a.). Die zunehmende Bedeutung dieses Teilmarktes wird besonders mit Blick auf das Wachstum der Bruttowertschöpfung deutlich (4, 9% p.a.).

Das dienstleistungsintensive Marktsegment Energieeffiziente Gebäude ist das stärkere Segment in diesem Teilmarkt. Dies zeigt sich in den Indikatoren Erwerbstätige (71 %), Umsatz (65 %) und Bruttowertschöpfung (62 %). Hinsichtlich des Exportvolumens hat allerdings das Marktsegment Energieeffiziente Produktionsprozesse und Technologien mit 52 % den größeren Anteil im Teilmarkt.

Die durchgehend positive Entwicklung in beiden Marktsegmenten spiegelt sich in der dynamischen Entwicklung der Erwerbstätigkeit (1,9 % p.a.) wider. Hierbei wuchs das Marktsegment Energieeffiziente Produktionsprozesse und Technologien mit jährlichen 2,6 % gegenüber 2010 deutlich schneller als das größere Marktsegment Energieeffiziente Gebäude (+1,7 % p.a.).

Die regionale Ausprägung des Teilmarktes Energieeffizienz und Energieeinsparung zeigt nur geringe Abweichungen zum Durchschnitt des gesamten Bundeslandes. Am stärksten ausgeprägt ist der Teilmarkt in Südwestfalen, der Region Aachen und im Münsterland.