Höchster Spezialisierungsgrad aller Regionen in der gesamten Umweltwirtschaft

Regionalprofil Südwestfalen

Die Umweltwirtschaft in Südwestfalen bietet ein breites Portfolio an Produkten und Dienstleistungen. Einerseits ist die Wirtschaftsregion durch ihre Topografie geprägt: Der ländliche Charakter und der Waldreichtum der Mittelgebirgslandschaft prägen den Raum und haben offenkundig dazu beigetragen, eine außergewöhnlich präsente Holzwirtschaft zu begründen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette gut aufgestellt ist. Anderseits „verstecken“ sich in dieser Region eine Vielzahl innovativer Weltmarktführer des produzierenden Gewerbes: Die Materialkompetenz beispielsweise in den Bereichen Metalle und Kunststoffe ist genauso charakteristisch wie die Kompetenz im Maschinenbau oder die Stärke der Anwendungsmärkte Automotive und Bau.

Diese Vielfalt der Kompetenzen – zusammen mit einem ausgeprägten Gestaltungswillen der lokalen Akteure – macht Südwestfalen zu einer der spannendsten Umweltwirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens. Die Digitalisierung als Leitthema der REGIONALE sowie die Auseinandersetzungen mit dem demographischen Wandel in der Region und den Herausforderungen der Daseinsvorsorge, u.a. zu Mobilität und Kreislaufwirtschaft, positionieren Südwestfalen als Trendsetter unter den innovativen Regionen im Land.

Die Umweltwirtschaft in Südwestfalen bietet Arbeitsplätze für über 42.000 Erwerbstätige (entspricht ca. 5,5 % der 767.500 Erwerbstätigen und 9,0 % der Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft NRWs) und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 3,3 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft in Südwestfalen mit ca. 1,2 % p.a. etwas schneller als die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft. In der Bruttowertschöpfung zeigte sich die Umweltwirtschaft in Südwestfalen mit einem Plus von 3,5 % p.a. im Vergleich zur gesamten Wirtschaft und zum gesamten Bundesland etwas dynamischer. Mit einem Lokalisationsquotienten (LQ) von 1,11 liegt in der Umweltwirtschaft im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen die höchste regionale Ausprägung vor.

Die in gesamt Nordrhein-Westfalen starken Teilmärkte Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft (26 % aller Erwerbstätigen) sowie Energieeffizienz und Energieeinsparung (18 % aller Erwerbstätigen) weisen auch in Südwestfalen die meisten Erwerbstätigen und Wertschöpfungseffekte auf. Der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität, in dem die Region qualitativ sehr gut aufgestellt ist, bleibt in den wirtschaftlichen Kennzahlen jedoch hinter dem Teilmarkt der Nachhaltigen Holz- und Forstwirtschaft zurück. In diesem besteht neben der dritthöchsten Wertschöpfungs- und Erwerbstätigenzahl der Region eine extreme Spezialisierung, der Lokalisationsquotient von 3,39 stellt den höchsten Wert aller Teilmärkte in den Regionen dar.

Besonders stark entwickelte sich hier das Marktsegment der Holzbearbeitung und Holzwerkstoffe, seit 2010 konnte bei den Erwerbstätigen ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 2,5 % erreicht werden. Weitere überdurchschnittlich stark spezialisierte Teilmärkte sind Energieeffizienz und Energieeinsparung (LQ 1,17) und Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft (LQ 1,13). Besonders stark entwickelte sich aus diesen Teilmärkten das Marktsegment der Energieeffizienten Produktionsprozesse und Technologien, welches zugleich das dynamischste der Marktsegmente in Südwestfalen war. Hier betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum 5%.

Im Gegensatz dazu zeigt sich in Südwestfalen wie auch im Rest des Bundeslandes ein durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und internationale Konkurrenz bedingter Einbruch der Erwerbstätigenzahl im Marktsegment der Erneuerbaren Energien mit einem Rückgang um durchschnittlich jährlich 6,3 %.Der Anteil ausgeschriebener Stellen, die den Teilmärkten der Umweltwirtschaft zugeordnet werden können, liegt in Südwestfalen bei ca. 5,9 % und damit über dem landesweiten Durchschnitt von 5 %. Im Hochsauerlandkreis liegt der Anteil sogar bei 7,9 %. Strukturbedingt unterdurchschnittlich aufgestellt ist die Region jedoch bei der Betrachtung der Stellenanteile innerhalb der Umweltwirtschaft, die einem digitalen Zukunftsfeld zuzuordnen sind. Im Durchschnitt beträgt der Wert für Südwestfalen 14,1 %, hervorzuheben ist hier der Kreis Soest, der vor allem durch Unternehmen der Teilmärkte Energieeffizienz und Energieeinsparung und Umweltfreundliche Mobilität einen mit 18,2 % überdurchschnittlichen Wert aufweist.