Von der technologischen Invention zur wirtschaftlichen Umsetzung

Regionalprofil Aachen

Zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region Aachen erreichen internationales Niveau. Die Akteure des bewährten Wissenstransfers zwischen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft will die öffentliche Hand zukünftig noch stärker verzahnen, um den teilweise schwierigen Sprung von der technologischen Invention zur wirtschaftlichen Umsetzung zu unterstützen und die regionalen Wirtschaftsstrukturen zu stärken. Dabei gilt es auch, weitere Unternehmen mit Bezug zu den regionalen Forschungsschwerpunkten in der gesamten Region anzusiedeln.

Kompetenzen der Region liegen in der umweltfreundlichen und smarten Mobilität, in der Energie- und Materialeffizienz und in biobasierten Wertschöpfungssystemen. In diesen Bereichen gibt die Umweltwirtschaft der Region Aachen auch auf internationaler Ebene Impulse und leistet gleichzeitig vor Ort einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Revier.

Die Umweltwirtschaft in der Region Aachen, deren Lokalisationsquotient von 1,05 nur geringfügig über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt liegt, weist über 32.000 Erwerbstätige (2019) auf. Die Bruttowertschöpfung im Bereich der Umweltwirtschaft betrug 2018 rund 2,4 Mrd. Euro. Sowohl die Bruttowertschöpfung (+3,1 % p.a.) als auch die Erwerbstätigenzahl (+1,1 % p.a.) stiegen zwischen 2010 und 2019 bzw. 2018 jeweils etwas langsamer als der Landesdurchschnitt an.

Die Schwerpunkte der Umweltwirtschaft in der Region Aachen liegen in den drei auch landesweit größten Teilmärkten Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft, Energieeffizienz und Energieeinsparung und Umweltfreundliche Mobilität. Der überdurchschnittlich ausgeprägte und wertschöpfungsstarke Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung rundet das Kompetenzprofil der Energieregion ab.

Eine besonders hohe Zahl an Erwerbstätigen findet sich dabei in den Marktsegmenten Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen (5.000 Erwerbstätige) sowie Energieeffiziente Gebäude (4.450 Erwerbstätige). Mit +6,8 % p.a. findet das schnellste Wachstum der Erwerbstätigenzahl im Marktsegment Intelligente Energiesysteme und Netze statt. Beachtenswert sind die insbesondere in den kleineren Teilmärkten überdurchschnittlichen Lokalisationsquotienten (LQ), die eine regionale Nischenbildung mit hohem Spezialisierungsgrad abbilden. Landesweite Spitzenplätze belegt die Region mit einem Lokalisationsquotienten von 1,36 im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung sowie mit 1,12 im Teilmarkt Minderungs- und Schutztechnologien. Der Lokalisationsquotient von 1,16 im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung ist der zweithöchste Wert unter den Wirtschaftsregionen des Landes.

Die Umweltwirtschafts- und Digitalisierungskompetenzen der Region spiegeln sich auch in der Analyse des aktuellen Stellenmarktes: Sowohl der Anteil aller Stellenausschreibungen, die der Umweltwirtschaft zugerechnet werden können, als auch der Anteil der Stellen mit Digitalisierungsbezug innerhalb der Umweltwirtschaft erzielen im Vergleich der Regionen Bestwerte. Zu nennen sind hier der Kreis Düren mit einem Stellenanteil der Umweltwirtschaft von fast 10 % sowie die Stadt Aachen, in der 38% aller umweltwirtschaftsbezogenen Stellen auch Schnittmengen zu Themenfeldern der Digitalisierung aufweisen.