Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Aachen

Als international anerkannter Exzellenzstandort ist die Region Aachen insbesondere im Innovationsbereich führend.

Mit der Exzellenzuniversität Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), dem Forschungszentrum Jülich, drei Fraunhofer-Instituten sowie mehreren Fachhochschulen und den Forschungsclustern des RWTH Aachen Campus im Verbund von Wissenschaft und Wirtschaft forciert die Region Innovationen in fast allen Teilmärkten der Umweltwirtschaft. Die Region entspricht mit 23.500 Erwerbstätigen (2016) in der Umweltwirtschaft und einem Lokalisationsquotienten von 1,0 dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft für die Region Aachen
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft in Aachen
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Regional bedeutend sind – für Umsätze und Erwerbstätigkeit – insbesondere die beiden energiebezogenen Teilmärkte der Umweltwirtschaft. Neben der regionalökonomischen Bedeutung liegen hier zudem ausgewiesene Forschungsschwerpunkte und eine hohe Patentdichte vor: Im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung arbeiten mit 4.900 Erwerbstätigen (2016) mehr als 20 % der Erwerbstätigen der Umweltwirtschaft, zudem werden mit 686 Mio. Euro (2015) die regionalen Umsätze in der Umweltwirtschaft maßgeblich durch diesen Teilmarkt mitbestimmt. Belange des Teilmarktes werden durch sehr unterschiedliche Akteure in zahlreichen regionalen Wirtschafts- und Forschungskooperationen adressiert. Dies umfasst etablierte Kooperationen wie das E.ON Energy Research Center und neue Initiativen wie das Anfang 2017 gegründete "EnergieEffizienz-Netzwerk für Unternehmen der Region Aachen".

Der Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung weist 3.200 Erwerbstätige (2016) und mit 1,4 einen überdurchschnittlichen Lokalisationsquotienten auf. Hohe Umsätze (598 Mio. Euro, 2015) und ein ausgesprochen dynamisches Wachstum, insbesondere im Marktsegment Intelligente Energiesysteme und Netze (+7 % p. a.), zeichnen die Region aus. Innovationskraft liegt u. a. in den Themen Smart Metering sowie Wärmespeicher. Aktuell beschäftigt sich die Region Aachen innovationsgetrieben mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien u. a. im Projekt "render – Regionaler Dialog Energiewende" oder in dem "Center for Wind Power Drives".

Eine ausgeprägte Bedeutung für die Region besitzt der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität. Hier verfügt der Exzellenzstandort über hohe Beschäftigtenzahlen (4.000 Erwerbstätige) und starke Innovationskraft. Während sich der Teilmarkt insgesamt in der Region Aachen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig entwickelte, lässt die Ausweitung von Produktion und Dienstleistung rund um elektrifizierte Antriebssysteme wieder auf ein Wachstum schließen. Das Segment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur zeigt bereits aktuell ein überdurchschnittliches Wachstum von 4 % p. a. auf. Auch im Innovationsbereich liegen klare Stärken im Marktsegment Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien (u. a. Innovationen in sämtlichen Bereichen der Elektromobilität).

Im Masterplan-Prozess wurden mit regionalen Akteuren Handlungsempfehlungen zur Beförderung der regionalen Umweltwirtschaft entwickelt. Insbesondere wurde die Notwendigkeit ganzheitlicher, sektorübergreifender Ansätze herausgearbeitet. Im Energiebereich wurde großes Potenzial in der Weiterentwicklung des Themas "Nutzung von Abfallenergie (u. a. Wärmerückgewinnung)" gesehen, im Gebäudesektor wurde dem Thema "innovative Siedlungen" besondere Bedeutung beigemessen. Im Mobilitätsbereich funktioniert es bereits immer besser, dass regionale Innovationen, beispielsweise aus dem Hochschulbereich, den Weg in die regionalen Unternehmen finden. Insgesamt ist ein intensiverer Austausch zwischen Wissenschaft und Unternehmen erforderlich sowie die Förderung von Gründungen aus der Forschung heraus. Darüber hinaus gilt es, die hohe F&E-Kompetenz im Energiesektor für die Entwicklung von Speichertechnologien und den Aufbau energieeffizienter Infrastrukturen zu nutzen und in "Grüne Gründungen" zu überführen. Weitere Potenziale für die Entwicklung von Geschäftsmodellen bestehen in der Digitalisierung verbunden mit der Nutzung von Kooperationen zwischen Energieversorgern, Start-ups und Forschungsinstituten. Zudem liegt eine Chance darin, in der Bauwirtschaft Bereiche wie Energieeinsparung, Ressourcen- und Flächenverbrauch sowie Baustoffrecycling zu verknüpfen.