Region des innovativen Mittelstandes

Regionalprofil Ostwestfalen-Lippe

Die Umweltwirtschaft in Ostwestfalen-Lippe ist durch mittelständische Unternehmen geprägt, die – zum Teil als Weltmarktführer ihrer Branche – qualitativ hochwertige Produkte herstellen. Gestützt wird diese Qualität von dicht gesponnenen inter- und transdisziplinären Forschungskooperationen, die in vielen Technologiebereichen vitale Netzwerke befeuern.

Auch zur Digitalisierung bestehen zahlreiche etablierte Industrie-4.0-Initiativen, deren Ziel die zukunftsfeste Gestaltung der regionalen Wirtschaft ist. Insbesondere hinsichtlich der Einführung einer Circular Economy nimmt der Produktionsstandort OWL eine Pole-Position ein – und will sich hier auch als Modellregion weiter platzieren. Aufbauen kann die Region auf der besonders stark ausgeprägten Holz- und Forstwirtschaft, für deren gesamte Wertschöpfungs- und Verarbeitungskette hohe Kompetenzen der Region liegen. Auch wurden in OWL Maßstäbe in den Bereichen Sektorenkopplung sowie Flexibilisierung und Resilienz des Energiesystems gesetzt, die künftig weiterwickelt werden.

Etwa 5 % der insgesamt 1.135.300 Erwerbstätigen der Region finden in der Umweltwirtschaft ihren Arbeitsplatz. Die 57.000 Erwerbstätigen der OWL-Umweltwirtschaft, die 12,2 % der Erwerbstätigen der gesamten NRW-Umweltwirtschaft entsprechen, erzielen eine Bruttowertschöpfung von über 4,3 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft in Ostwestfalen-Lippe mit ca. 1,1 % p.a. fast so schnell wie die Gesamtwirtschaft und wie die Umweltwirtschaft im Landesdurchschnitt. Auch in der Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Umweltwirtschaft in Ostwestfalen-Lippe mit einem Plus von 3,0 % p.a. im Vergleich zur gesamten Wirtschaft und zum gesamten Bundesland ähnlich dynamisch. Mit einem Lokalisationsquotienten von 1,02 liegt in der Umweltwirtschaft nur eine durchschnittliche regionale Ausprägung vor. Die landesweit größten Teilmärkte bilden so auch in Ostwestfalen-Lippe die Basis der Umweltwirtschaft: Besondere Schwerpunkte der Region sind die Teilmärkte Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft, Energieeffizienz und Energieeinsparung sowie die Umweltfreundliche Mobilität, die 6 0% der Erwerbstätigen der Umweltwirtschaft in OWL Arbeit bieten.

Überdurchschnittlich hohe Spezialisierungen bestehen darüber hinaus in den Teilmärkten Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft (der LQ 2,25 stellt den zweithöchsten Wert aller Regionen dar) und Umweltfreundliche Landwirtschaft (LQ 1,32). Der dynamischste Wachstumsmarkt ist die Umweltfreundliche Mobilität, sowohl in den Marktsegmenten Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur als auch Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien konnte ab 2010 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 5% erzielt werden. Darüber hinaus wuchs der Teilmarkt Minderungs- und Schutztechnologien um 3,4 % jährlich, wobei sich das Wachstum nahezu gleichmäßig auf dessen Marktsegmente Bodenschutztechnologien und -sanierung und Lärmminderungs- und Luftreinigungstechnologien verteilt.

Bei einem Blick auf die Stellenmarktanalyse werden in Ostwestfalen-Lippe große Unterschiede sichtbar: Während in Höxter ca. 8 % aller ausgeschriebenen Stellen den Teilmärkten der Umweltwirtschaft zugeordnet werden können, sind es in Bielefeld lediglich 3 %. Die weiteren Kreise und kreisfreien Städte der Region bewegen sich im Rahmen des nordrhein-westfälischen Durchschnitts. Der Anteil an Umweltwirtschaftsstellen mit identifizierbarem digitalem Bezug weist eine noch größere Spannweite auf: In Höxter beträgt der Anteil ca. 4 %, in Paderborn 38 % – nordrhein-westfälischer Spitzenwert. Insgesamt liegt die Region mit einem Anteil von 17,4 % zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt des Bundeslandes.