Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Ostwestfalen-Lippe

Ostwestfalen-Lippe ist geprägt von einem innovativen Mittelstand, mit zahlreichen technologieorientierten Weltmarktführern. Unternehmen und Forschung in der Region sind gut vernetzt. Mit über 44.000 Erwerbstätigen (2016) ist die Umweltwirtschaft stark vertreten.

Herausragende Kompetenzen weist die Region in den Teilmärkten Energieeffizienz und Energieeinsparung sowie Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft auf. Mit rund 7.700 respektive 10.300 Erwerbstätigen (2016) handelt es sich um die größten Teilmärkte in der Region, sie erwirtschaften zusammen rund 3 Mrd. Euro Umsatz (2015). Der Schwerpunkt liegt dabei auf ressourcen- und energieeffizienten Prozessen als zentrales Innovationsthema. Der vom BMBF ausgezeichnete Spitzencluster it’s OWL setzt bundesweit Akzente zur Industrie 4.0. In 47 Forschungs- und Innovationsprojekten wird die konkrete Ausgestaltung des Zukunftsthemas durch Anlagenbauer, Fabrikausrüster und Anwender in der Region untersucht. Neben 180 Unternehmen, darunter führende Vertreter der Elektro- und Anlagentechnik, sind verschiedene Hochschulen und Universitäten sowie das Fraunhofer IOSB-INA (Industrial Automation) beteiligt. Ein weiterer Eckpfeiler der regionalen Aktivitäten im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung ist das Netzwerk Energie Impuls OWL. Mit den erfolgreichen Lernenden Energieeffizienznetzwerken (LEEN) bündelt die Region Kompetenzen von über 50 namhaften Unternehmen in OWL, um ihre Energieeffizienz zu steigern und neue Räume für spezifische Geschäftsmodelle, einschlägige Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Da fast ein Drittel der NRW-Windkraftleistung in OWL konzentriert ist, liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten in der Flexibilisierung der Energieanwendungen in Unternehmen und Haushalten mit Hilfe der Digitalisierungskompetenz und Sektorenkopplung.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft für Ostwestfalen-Lippe
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft in Ostwestfalen-Lippe
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Der Teilmarkt Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft ist in der Region mit über 6.300 Erwerbstätigen (2016) und einem Lokalisationsquotienten von 2,3 stark ausgeprägt. Herausragende Kompetenzen liegen insbesondere im Marktsegment Holzbearbeitung und Holzwerkstoffe. Mit einer bedeutenden Möbelindustrie ist in Ostwestfalen-Lippe zugleich ein wichtiger Abnehmerzweig ansässig. Innovationsansätze konzentrieren sich u. a. auf die Themen moderner Holzbau und innovative Holzprodukte.

Eine weitere Kernkompetenz der Region liegt im Teilmarkt Umweltfreundliche Landwirtschaft mit insgesamt 1.300 Erwerbstätigen (2016) und einem Umsatz von 354 Mio. Euro (2015). Ostwestfalen-Lippe ist hier insbesondere im Marktsegment Umweltfreundliche Technologien für die Landwirtschaft vertreten und setzt mit innovativen technologischen Entwicklungen im Bereich des Precision Farming und der Stallbautechnik neue Maßstäbe für die landwirtschaftliche Produktion.

Das regionale Standortforum im Rahmen der Umweltwirtschaftsstrategie hat als zentrale Handlungsfelder die Themen internationale Märkte, Forschung, Innovationen und Start-ups sowie Fachkräfte benannt. Mit Hilfe der ausgeprägten interdisziplinären Netzwerkstrukturen (OWL Innovationsnetzwerke) wird die Umsetzung und Förderung von Pilotprojekten als wesentlicher Antriebsfaktor für Innovationen gesehen. Hier hat die Region mit wichtigen Unternehmen zusammen mit dem VDI eine Initiative zur zirkulären Wertschöpfung gestartet. Auch mit Blick auf internationale Märkte wird die Bereitstellung von Informationen über potenzielle Exportmärkte gewünscht. Zur Sicherung von Fachkräften wurde mit Blick auf die Hochschul- und Forschungslandschaft gefordert, die Studiengänge generell offener und interdisziplinärer aufzubauen, Praxissemester zu integrieren und die Chancen von Zuwanderung und Integration zu nutzen. Start-ups sollen noch bessere Unterstützung erhalten. Die Umweltwirtschaft kann als sinnstiftender Branchenkontext dazu beitragen, ein positives Bild der Unternehmen, der Berufe und Herausforderungen zu beschreiben, um Fachkräfte, Start-ups, Studierende und Auszubildende zu gewinnen. Daher gilt es, das Profil der Umweltwirtschaft weiter zu stärken, z. B. in Form einer regionalen oder landesweiten Kampagne.