Größte Umweltwirtschaftsregion im Bundesland

Regionalprofil Metropole Ruhr

Die Metropole Ruhr ist die erwerbstätigenstärkste Wirtschaftsregion für die Umweltwirtschaft und erwirtschaftet die höchste Bruttowertschöpfung im Bundesland. Neben zahlreichen Unternehmen ist sie auch von einer starken Forschungslandschaft in Kombination mit überdurchschnittlich vielen Start-ups geprägt.

Vor allem im Hinblick auf Digitalisierungskompetenzen sind die Bereiche Mobilität und Logistik, Mess- und Sensortechnik und auch der Energiesektor hervorzuheben. Forschung, Unternehmen und Start-ups arbeiten in zahlreichen Projekten und Initiativen zusammen, wobei diese die umweltwirtschaftliche Komponente oftmals um den Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung oder der Reparatur von hochindustriell geprägten Stadtstrukturen erweitern. Ziel ist es, die Potenziale, die sich aus der starken Forschungslandschaft ergeben, noch stärker in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen.

Die Umweltwirtschaft in der Metropole Ruhr bietet Arbeitsplätze für über 127.000 Erwerbstätige (entspricht ca. 5,3 % der 2.393.900 Erwerbstätigen der Region bzw. 27,2 % der Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft NRWs) und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 9,9 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft der Metropole Ruhr mit ca. 1,1 % p.a. in etwa so schnell wie die Gesamtwirtschaft und fast so schnell wie die Umweltwirtschaft im landesweiten Durchschnitt. Auch in der Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Umweltwirtschaft in der Metropole Ruhr mit einem Plus von 3,3 % p.a. im Vergleich zur Gesamtwirtschaft im Bundesland ähnlich stark. Mit einem Lokalisationsquotienten von 1,08 liegt in der Umweltwirtschaft eine leicht überdurchschnittliche regionale Ausprägung vor, die sich mit der Ausnahme von Umweltfreundlicher Landwirtschaft und Nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft über alle Teilmärkte erstreckt.

Umweltwirtschaftliche Schwerpunktmärkte der Metropole Ruhr sind dabei die sowohl in ihrer absoluten Größe als auch in der regionalen Ausprägung überdurchschnittlich starken Märkte Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft, Umweltfreundliche Mobilität und Wasserwirtschaft. Besondere Dynamiken in diesen Teilmärkten sind insbesondere in den Marktsegmenten Intelligente Verkehrsmanagementsysteme (+10,6 % durchschnittliches jährliches Erwerbstätigenwachstum) und Infrastruktur und Abfallsammlung und -transport (+3,3 % durchschnittliches jährliches Wachstum) zu beobachten. Im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung finden in der Metropole Ruhr gegensätzliche Entwicklungen statt: Während im Segment der Erneuerbaren Energien die Zahl der Erwerbstätigen 2010 – 2019 jährlich um 4 % abnahm, konnte das Segment Intelligente Energiesysteme und Netze dagegen im selben Zeitraum jährlich um 5,9 % wachsen.

Die Metropole Ruhr weist mit den Lokalisationsquotienten von 1,24 bzw. 1,20 Spitzenwerte in der regionalen Ausprägung der Teilmärkte Umweltfreundliche Mobilität und Wasserwirtschaft auf. Letztlich spiegeln diese Werte einerseits die außerordentliche wasserwirtschaftliche Kompetenz wider, die durch das Bergbaugeschehen und die Industrialisierung hervorgerufen wurde. Der aktuelle Prozess der Emscherrenaturierung sowie die großen wasserwirtschaftlichen Player der Emschergenossenschaft (EGLV) und des Ruhrverbands sind Elemente bzw. Träger dieser Kernkompetenz. Andererseits machen die infrastrukturelle Dichte und die daraus hervorgehenden verkehrlichen und ökologischen Herausforderungen den Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität zu einem wichtigen Wachstumsmarkt.

In der Metropole Ruhr findet sich ein überdurchschnittlich hoher Anteil aller Stellenausschreibungen in der Umweltwirtschaft (5,5 % im Vergleich zu 5 % im landesweiten Durchschnitt). Besonders hoch ist der Anteil in Herne sowie im Kreis Unna. In der Betrachtung der ausgeschriebenen Umweltwirtschaftsstellen mit Digitalbezug schneidet die Metropole Ruhr mit einem Anteil von 12 % unterdurchschnittlich ab. Jedoch gibt es auch hier Unterschiede, so können beispielsweise die Städte Oberhausen und Essen sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis Anteile von über 16,5 % aufweisen.