Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Metropole Ruhr

Die Metropole Ruhr bildet als größter Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalens das Zentrum der hiesigen Umweltwirtschaft. Mit über 105.000 Erwerbstätigen (2016) stellt sie knapp 30 % der Erwerbstätigen der Querschnittsbranche. Die Region zeichnet sich durch eine breite Technologie- und Innovationskompetenz aus.

Neben einer umfassenden Unternehmenslandschaft beheimatet sie auch eine Reihe bedeutender Forschungseinrichtungen. Auf übergeordneter Ebene sind hier beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) sowie verschiedene Hochschulen (u. a. die Hochschule Ruhr West) und Universitäten (Dortmund, Bochum, Duisburg-Essen) zu nennen.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft für die Metropole Ruhr
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft in der Metropole Ruhr
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität ist mit über 28.000 Erwerbstätigen (2016) in der Region besonders ausgeprägt. Dies liegt zum einen an der hohen Bedeutung des Marktsegments Umweltfreundliche Mobilitätsdienstleistungen und -logistik. Die Metropole Ruhr verfügt über den beförderungsreichsten Verkehrsverbund Europas und stellt einen zentralen Logistikstandort dar. Neben Straße und Schiene ist insbesondere auch die Binnenschifffahrt bedeutend, mit dem weltweit größten Binnenhafen in Duisburg. Ein herausragendes Wachstum ist daran anknüpfend im Marktsegment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur zu verzeichnen (+13,0 % Erwerbstätige p. a. 2010–2016). Zum anderen zeichnet sich die Region aber auch im Bereich alternativer Antriebe durch umfassende Forschungsaktivitäten rund um Elektromobilität (u. a. ruhrmobil-E und Initiative E-METROPOLE.RUHR) und Wasserstoff (u. a. h2-netzwerk-ruhr) aus. Bei den Forschungseinrichtungen nimmt etwa das Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen eine prominente Rolle ein.

Der Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft ist in der Metropole Ruhr ebenfalls herausragend (knapp 28.000 Erwerbstätige 2016, 9,5 Mrd. Euro Umsatz 2015, Lokalisationsquotient von 1,2). Der Schwerpunkt der Erwerbstätigkeit liegt im Segment Abfallbehandlung und -verwertung (über 15.000 Erwerbstätige, 2016). Daneben finden sich in den Bereichen Materialien und Materialeffizienz bedeutende Innovationstreiber, etwa die Materialforschung an der Ruhr-Universität Bochum (u. a. Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation) oder das Technologiezentrum Dortmund.

Auch in der Wasserwirtschaft ist die Metropole Ruhr mit 16.600 Erwerbstätigen (2016) und einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro (2015) einer der Hotspots Nordrhein-Westfalens. Besondere Stärken der Region liegen, neben den zentralen Aktivitäten der Wasserver- und -entsorgung für 5,1 Millionen Menschen, unter anderem im Rohrleitungsbau und der Herstellung von Messinstrumenten. Hier konzentrieren sich verschiedene Aktivitäten rund um die Innovation und Einführung der 4. Reinigungsstufe oder energieautarker Klärwerke. Infrastrukturell zählt der Emscher-Umbau zu einem der größten Strukturprojekte bundesweit.

Als bedeutender Energiestandort verfügt die Metropole Ruhr auch im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung über besondere Kompetenzen. Hier sind 10.700 Erwerbstätige (2016) beschäftigt, die einen Umsatz von 4,7 Mrd. Euro (2015) erwirtschaften. Neben EE-Technologien (insbesondere im Technologiebereich Windenergie) liegen Innovationsschwerpunkte in den Segmenten Intelligente Netze und Speichertechnologien (u. a. Erprobung von Power-to-Chemicals Technologien und eines untertägigen Pumpspeicherwerks).

Die Metropole Ruhr hat die Umweltwirtschaft als eine ihrer Zukunftsbranchen erkannt und unternimmt verschiedene Anstrengungen, diese zu fördern. Im laufenden EFRE-Förderprojekt "GreenTech Ruhr" wird die Vermarktung und Vernetzung der Branche gefördert. Dieses Projekt nimmt eine herausragende Stellung in den Umweltwirtschaftsaktivitäten der Region ein. Auch von den Initiativen InnovationCity Ruhr mit dem herausragenden Standort Bottrop und dem derzeit laufenden InnovationCity roll out sowie der grünen Hauptstadt Essen gehen wichtige Impulse aus. Aus dem regionalen Standortforum, das im Rahmen des Masterplan-Prozesses durchgeführt wurde, gehen weitere konkrete Handlungsansätze hervor. Verbesserungsbedarf wird beispielsweise im Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen gesehen. Für die erfolgreiche Bearbeitung internationaler Märkte wird u. a. die Bereitstellung von Länderanalysen gefordert, auf deren Grundlage strategische Zielregionen identifiziert werden können.