Mittelständisch geprägt, mit innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen

Regionalprofil Münsterland

Das Münsterland beheimatet zahlreiche Weltmarktführer und verfügt über besondere Kompetenzen und Standortvorteile: Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzen sich aktiv und innovativ mit neuen Entwicklungen zur Energie- und Verkehrswende und zum Klimawandel auseinander. Herausragende Kompetenzen sind in der Batterieforschung vorhanden, aber auch in den Bereichen Wasserstoffmobilität, energieeffiziente Gebäudetechnik sowie Erneuerbare Energien – hier vor allem im Bereich der Windenergie – bestehen Kompetenzen und werden Zukunftsfelder erschlossen.

In der Entwicklung der Umweltwirtschaft legt die Region einen besonderen Fokus auf die Innovationsförderung in ihren Kompetenzfeldern, indem sie die Akteure wie Start-ups, Forschungseinrichtungen, kleinere und mittlere Unternehmen und Wirtschaftsförderungen in Denkfabriken zusammenbringt und gemeinsam Ideen und Lösungsansätze entwickeln lässt.

Die Umweltwirtschaft im Münsterland bietet Arbeitsplätze für rund 45.800 Erwerbstätige (entspricht ca. 5 % der 911.800 Erwerbstätigen der Region bzw. 9,8 % der Erwerbstätigen in der NRW-Umweltwirtschaft) und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 3,4 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft im Münsterland mit ca. 1,9 % p.a. so stark wie die Gesamtwirtschaft und etwas dynamischer als die Umweltwirtschaft im landesweiten Durchschnitt. Auch in der Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Umweltwirtschaft im Münsterland mit einem Plus von 4,2 % p.a. im Vergleich zur Gesamtwirtschaft und zum Bundesland stärker. Mit einem Lokalisationsquotienten von 1,02 liegt in der Umweltwirtschaft eine für Nordrhein-Westfalen nur durchschnittliche regionale Ausprägung vor.

Auch im Münsterland bilden die starken Teilmärkte Energieeffizienz und Energieeinsparung sowie Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit insgesamt 41 % der Erwerbstätigen die wirtschaftsstarke Basis der regionalen Umweltwirtschaft. Eine hohe regionale Ausprägung besteht auch im drittgrößten Teilmarkt des Münsterlands, der Wasserwirtschaft, die mit 6.700 Erwerbstätigen weitere 15 % der Umweltwirtschaft abbildet. Darüber hinaus heben sich vor allem die deutlich überdurchschnittlich spezialisierten Teilmärkte der Nachhaltigen Holz- und Forstwirtschaft (LQ 2,03) sowie der Umweltfreundlichen Landwirtschaft (LQ 1,92) ab. Während die Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft jedoch nur geringfügig wächst (seit 2010 durchschnittlich +0,5 % p.a.), ist im Teilmarkt der Umweltfreundlichen Landwirtschaft mit 3,1 % jährlichem Wachstum eine deutlich höhere Dynamik zu verzeichnen. Im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung ist sogar ein Rückgang um 1,4 % p.a. zu verzeichnen. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass der Ausbau der im Münsterland traditionell starken Erneuerbaren Energien ins Stocken geraten ist.

Die Auswertung des Stellenmarktes zeigt auch innerhalb des Münsterlandes regionale Unterschiede in der umweltwirtschaftlichen Ausprägung auf: Insgesamt sind 5,9 % der ausgeschriebenen Stellen einem Teilmarkt der Umweltwirtschaft zuzuordnen, ein im landesweiten Vergleich überdurchschnittlicher Anteil. Innerhalb des Münsterlandes schwanken diese Werte jedoch zwischen 3,6 % im Kreis Warendorf und 8,6 % im Kreis Borken. Der Kreis Borken weist mit 11,3 % auch den im Münsterland höchsten Anteil von Stellen mit Digitalisierungsbezug innerhalb der Umweltwirtschaftsstellen auf – liegt damit jedoch weit unter dem Landesdurchschnitt von 15,3 %.