Umsetzungschampion der Energie- und Mobilitätswende im urbanen Umfeld

Regionalprofil Düsseldorf

Die Region Düsseldorf (Düsseldorf/Kreis Mettmann) kann in der Umweltwirtschaft auf eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur in Kombination mit einer starken Digitalisierungs- bzw. IKT-Kompetenz zurückgreifen. Dabei stehen der Dienstleistungs- und der Industriesektor in einem gesunden Verhältnis.  Ein Indiz für die große Bedeutung der Umweltwirtschaft in der Region ist die kontinuierlich überdurchschnittliche Patentdichte.

Die starke industriell-gewerbliche Basis und vor allem deren ausgeprägte Vernetzung in zahlreichen Initiativen in der Region ist ein Treiber für die Themen Ressourceneffizienz, Klimaschutz und nachhaltiges Energiemanagement. Vor dem Hintergrund der Energiewende ist die Frage nach stabilen, umweltbewussten und auch preiswerten Energiequellen für die Wirtschaft und insbesondere die Industrie überaus wichtig. Die Region ist Vorreiter bei der Einbindung smarter und umweltfreundlicher Mobilitäts- und Logistikangebote in bestehende Systeme.

Die Umweltwirtschaft in der Region Düsseldorf erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 2,15 Mrd. Euro. Ihre ca. 29.000 Erwerbstätigen entsprechen ca. 3,6 % der 794.700 Erwerbstätigenplätze der Region bzw. 6,2 % der Erwerbstätigen in der NRW-Umweltwirtschaft. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl der Region mit ca. 1,4 % p.a. genau so schnell wie die der Gesamtwirtschaft und die der Umweltwirtschaft im landesweiten Durchschnitt. In der Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Umweltwirtschaft in der Region Düsseldorf mit einem Plus von 3,5 % p.a. im Vergleich zur Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen etwas dynamischer. Mit einem Lokalisationsquotienten (LQ) von 0,74 liegt in der Umweltwirtschaft im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen eine unterdurchschnittliche regionale Ausprägung vor.

Gemessen an der Zahl der Arbeitsplätze und am Grad der Spezialisierung ist der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität, in dem ca. 28 % der Erwerbstätigen der Umweltwirtschaft der Region ihren Arbeitsplatz finden, der führende Teilmarkt der Region. Der Spezialisierungsgrad des Teilmarktes – mit einem Lokalisationsquotienten von 0,9 – liegt jedoch unter dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt. In der Bruttowertschöpfung liegt die Umweltfreundliche Mobilität in der Region Düsseldorf zudem deutlich hinter dem Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft zurück. Auch der Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung erwirtschaftet – trotz einer um 2.000 geringeren Erwerbstätigenzahl – eine ähnlich hohe Wertschöpfung wie die Umweltfreundliche Mobilität.

Wesentliche Wachstumsbereiche finden sich in zwei Marktsegmenten: Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen konnten seit 2010 ein Wachstum um 1.900 Erwerbstätige (entspricht 3,5 % jährlichem Zuwachs), das Marktsegment Energieeffiziente Gebäude ein jährliches Wachstum von 4,4 % (entspricht einem Zuwachs von 1.300 Erwerbstätigen seit 2010) verzeichnen.

Die Zahl der Erwerbstätigen im relativ kleinen Marktsegment Intelligente Energiesysteme und Netze wuchs im Jahresdurchschnitt sogar um 7,5 %. Trotz eines jährlichen Rückgangs der Erwerbstätigenzahl um 1,3 % schneidet daher der Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung Im Vergleich zu den weiteren Regionen relativ gut ab.

Die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen, die der Umweltwirtschaft zugeordnet werden können, beträgt im Verhältnis zur Gesamtzahl an Stellen in der Region Düsseldorf lediglich 3,9 % und liegt damit einen Prozentpunkt unter dem Landesdurchschnitt. Im Gegensatz dazu ist der Anteil an Stellen in der Umweltwirtschaft, die einen digitalen Bezug aufweisen, mit 17,1 % überdurchschnittlich, wobei dieser in der Stadt Düsseldorf nur wenig höher als im Kreis Mettmann ist. Dieser Befund untermauert die außerordentliche Digitalkompetenz der Region mit großen Enablern der Digitalisierung, „erwachsenen“ Start-ups und einer agilen DigiHub-Szene.