109.000 Erwerbstätige – fast ein Viertel der Erwerbstätigen der Umweltwirtschaft

Umweltfreundliche Mobilität

In der immer weiter globalisierten, vernetzten Welt spielt der Mobilitätssektor eine Schlüsselrolle. Sowohl der Individualverkehr als auch der Güterverkehr steigen kontinuierlich. Dies geht mit erheblichen Treibhausgasen, Schadstoffausstößen, Lärm und Flächenverbrauch einher. Im Zuge der Klimaschutzbestrebungen finden zunehmend umweltfreundliche Mobilitätsangebote Einzug in die Gesellschaft. Hierbei soll Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen erhalten und die negativen Effekte des Verkehrs reduziert werden.

Umweltfreundliche Mobilitätsprodukte ermöglichen eine emissionsreduzierte und ressourcenschonende Beförderung von Gütern und Personen und tragen maßgeblich zu einer nachhaltigen Transformation des Transportwesens bei. Aus diesem Grund sind sie eindeutig der Umweltwirtschaft zuzuordnen. Dieser Teilmarkt umfasst sowohl innovative Technologielinien im Mobilitäts- und Transportbereich, etwa Elektromobilität oder Biokraftstoffe, als auch etablierte Mobilitätsalternativen. Daneben umfasst der Teilmarkt auch Dienstleistungen und Konzepte wie ÖPNV und Carsharing. Produkte und Dienstleistungen zur Minderung von Lärmemissionen, die direkt in das Mobilitätssystem integriert sind, leisten ebenfalls einen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität und werden daher ebenfalls dem Teilmarkt zugeordnet.

Das Marktsegment Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien umfasst die wesentlichen technologischen Enabler-Produkte dieses Teilmarktes wie Elektro- und Wasserstoffmobilität, aber auch alternative und neue Fortbewegungsmittel.

Zum Marktsegment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur zählen Produkte und Aktivitäten zur Optimierung der Verkehrssteuerung und Infrastrukturen für umweltfreundliche Mobilität.

Das Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen umfasst alle Dienstleistungen des Personen- und Güterverkehrs, die ressourcen- bzw. klima- und umweltschonende Alternativen zum motorisierten Individualverkehr bzw. Straßengüterverkehr darstellen und eine Transformationswirkung auf den Mobilitätssektor entfalten. Neben dem ÖPNV gehören hierzu vor allem die verschiedenen Sharing-Systeme, aber auch alternative und/oder neuartige Logistik- und Transportlösungen.

Wirtschaftlicher Überblick und Entwicklung

Die Umweltfreundliche Mobilität ist der zweitgrößte Teilmarkt: Mit 109.000 Erwerbstätigen stellt der Teilmarkt fast ein Viertel (23 %) der Erwerbstätigen der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft. Gemessen an seinerökonomischen Leistung liegt der Teilmarkt jedoch nur an dritter bzw. vierter Stelle: Mit 6,3 Mrd. Euro stellt die Umweltfreundliche Mobilität 18 % der Bruttowertschöpfung und mit 8 Mrd. Euro nur 11 % des Umsatzes der Umweltwirtschaft.

Dennoch verzeichnet der Teilmarkt eine durchgehend positive Entwicklung über nahezu alle Kennwerte. Die Erwerbstätigenzahl des nordrhein-westfälischen Teilmarktes hat sich mit 3,1% Wachstum ähnlich zu Deutschland entwickelt. Auch die Bruttowertschöpfung kann im Mittel, obwohl das Exportvolumen im Jahr 2019 auf das Niveau von 2010 zurückgegangen ist, ein überdurchschnittliches Wachstum von 5,3 % p.a. vorweisen (Deutschland +4,1 % p.a.).

Das Größte der drei Marktsegmente ist Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen. Es macht 76 % der Erwerbstätigen, 71 % der Bruttowertschöpfung und 58 % des Umsatzes im Teilmarkt aus.

Während das Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen ausschließlich Dienstleistungen umfasst und den Großteil der Erwerbstätigen (82.000 bzw. 76 %) sowie der Bruttowertschöpfung (4,5 Mrd. Euro; 71 %) stellt, bestimmt das Marktsegment Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien die nordrhein-westfälische Ausfuhr mit 91 % der Exporte. Die Umsätze (27 %) und Bruttowertschöpfung (14 %) des Marktsegmentes Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien fallen, verglichen mit der Bedeutung des Exportes, gering aus.
Die allgemein positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit lässt sich vorrangig auf das Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen (+16.000) zurückführen. Die gestiegene Anzahl an Erwerbstätigen hängt u.a. mit der steigenden Bedeutung des Öffentlichen Personenverkehrs und der wachsenden Nachfrage nach Sharing-Systemen zusammen. Parallel zum positiven Wachstum hat sich der Anteil der geringfügig Beschäftigten an den Erwerbstätigen auf 18,2 % erhöht (+0,8 %-Punkte) und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Diese Entwicklung ist auf einen starken Anstieg geringfügig Beschäftigter im Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen zurückzuführen, beispielsweise im Öffentlichen Personenverkehr bzw. im Omnibus-Linienfernverkehr, der in den letzten Jahren einen Boom erfahren hat.

Am deutlichsten entwickelte sich bei den Erwerbstätigenzahlen das Marktsegment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur (+8,2 % p.a.), insbesondere im Bereich der Umweltfreundlichen Verkehrsinfrastruktur.8 Darüber hinaus hat sich dessen Bruttowertschöpfung zwischen 2010 und 2018 mehr als verdoppelt.

Die Region Köln als wichtiger Standort der Automobilindustrie sowie die Metropole Ruhr und das Bergische Städtedreieck, beides dicht besiedelte Gebiete mit starken Forschungskompetenzen im Smart-Mobility-Bereich, weisen im Teilmarkt die höchsten regionalen Ausprägungen auf. In den ländlicheren Regionen fällt diese geringer aus.