Überblick

Die Umweltwirtschaft in den Regionen

Als ebenso bevölkerungsreiches wie wirtschaftsstarkes Flächenland vereint Nordrhein-Westfalen die individuellen Strukturmerkmale von gleich neun profilierten Wirtschaftsregionen. Auch die Umweltwirtschaft weist regional diversifizierte Kompetenzprofile mit teils angestammten, teils sich neu entwickelnden Technologie-Schwerpunkten auf. Die Kombination von Diversifikation und regionalen Kompetenzen stellt eine besondere Stärke der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft dar – sowohl im nationalen als auch im internationalen Wettbewerb.

Die Metropole Ruhr hebt sich als größter Wirtschaftsstandort in ihrer Bedeutung für die nordrhein-westfälische Umweltwirtschaft ab: Mit über einem Viertel der Erwerbstätigen im Land erwirtschaftete sie ebenfalls ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung. Die Metropole Ruhr stellt damit weiterhin das Zentrum der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens dar. Bei der Beschäftigung konnte sich die Region seit 2010 um 11.500 Erwerbstätige steigern. Allein dieser Zuwachs entspricht etwa der Erwerbstätigenanzahl in der gesamten Umweltwirtschaft des Bergischen Städtedreiecks. Die Region Köln/Bonn, die mit 81.600 Erwerbstätigen den zweitgrößten Umweltwirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen bildet, wuchs ab 2010 sogar um ca. 16.400 Erwerbstätige. Aufgrund der stark unterschiedlichen Größe der Wirtschaftsregionen ist ein Direktvergleich der absoluten Erwerbstätigenzahlen jedoch nur bedingt aussagekräftig. Aus diesem Grund wurden weitere Auswertungsschritte unternommen, die
im Folgenden dargestellt sind.

Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen wächst über alle Regionen hinweg kontinuierlich, sowohl im Bereich der Erwerbstätigen als auch in der Bruttowertschöpfung – wobei das Wachstum der Wertschöpfung im Vergleich doppelt so hoch ist. Zeigt sich auf der Betrachtungsebene von Nordrhein-Westfalen noch, dass die Umweltwirtschaft ähnlich schnell wächst wie die Gesamtwirtschaft (+1,4 % Erwerbstätige p. a.), so offenbart der Blick in die Regionen deutliche Unterschiede: Die höchsten Wachstumsraten bei den Erwerbstätigen treten im Bergischen Städtedreieck (+2,6 % p. a.) auf. Zwar führt dort, in der kleinsten Umweltwirtschaftsregion Nordrhein-Westfalens, eine vergleichsweise geringe Veränderung der absoluten Werte schnell zu einer hohen relativen Wachstumsrate, dennoch ist es bemerkenswert, dass die Umweltwirtschaft in der Region im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (+1,2 % p. a.) mehr als doppelt so schnell wächst. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch in der zweitgrößten Region Köln/Bonn mit einem jährlichen Zuwachs von 2,5 % an Erwerbstätigen, welches das Wachstum der Gesamtwirtschaft der Region (+1,8 % p. a.) um 70 % übertrifft. Die geringste Wachstumsrate im Vergleich zur Gesamtwirtschaft findet sich am Niederrhein – hier wächst die Gesamtwirtschaft (+1,4 % p. a.) 1,75-mal schneller als die Umweltwirtschaft (+0,8 % p. a.).

Ein langsameres Wachstum findet sich auch in den Regionen Aachen und Ostwestfalen-Lippe, in denen die Gesamtwirtschaft jeweils 45 % schneller  wächst. Die dargestellten prozentualen Wachstumsveränderungen erlauben einen ersten Blick auf Entwicklungen und Stärken der Umweltwirtschaft in den Regionen. Um darüber hinaus auch regionale Schwerpunktsetzungen sichtbar zu machen, wurden im nächsten Auswertungsschritt die jeweiligen Lokalisationsquotienten (LQ) ermittelt. Der Lokalisationsquotient setzt den Anteil eines Teilmarktes an den Erwerbstätigen einer Region ins Verhältnis zum entsprechenden Wert für ganz Nordrhein-Westfalen. Ein Lokalisationsquotient größer 1 drückt dabei eine überdurchschnittliche Spezialisierung aus. Eine detaillierte Darstellung der weiteren Auswertungsschritte sowie eine Erläuterung zur Ermittlung und Abbildung der Lokalisationsquotienten findet sich im Umweltwirtschaftsbericht 2020.