Vielfältige Kompetenzen im Herzen des Rheinischen Reviers

Regionalprofil Niederrhein

Die Region Niederrhein steht bedingt durch den Strukturwandel vor zahlreichen Herausforderungen. Der notwendige Umbruch bietet zugleich große Chancen für die Region und ihre vielfältige Wirtschaftsstruktur. Das leistungsfähige Netzwerk von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ist dabei einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren.

Das im Süden der Region beginnende Rheinische Revier ist einer der Hotspots der nordrhein-westfälischen Wirtschaft: mit der Stadt Mönchengladbach, im Besonderen aber mit dem Rhein-Kreis Neuss und der dortigen industriellen und energiewirtschaftlichen Basis. Umweltwirtschaftliche Lösungen können auch hier einen entscheidenden Beitrag dazu liefern, den Strukturwandel zu meistern und die Region energie- und ressourceneffizient in die Zukunft zu führen. Die Energiepreise und die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen sind entscheidend, um Strukturwandelprojekte umzusetzen und ein positives Investitionsklima zu schaffen. Diese Herausforderungen des Wandels bieten der Umweltwirtschaft große Chancen und Möglichkeiten und können regionalen Unternehmen auch internationale Märkte erschließen.

Als wichtige Kompetenzfelder in der Region sind das Recycling von Sekundärmetallen, vor allem Aluminium, die Energiegewinnung aus Abfällen und Klärschlamm und – mit den Binnenhäfen und der Schienenfahrzeugproduktion – die umweltfreundliche Mobilität ebenso wie die im regionalen Agrobusiness bewiesene Kompetenzvielfalt zu benennen.

Die Umweltwirtschaft am Niederrhein bietet rund 38.800 Erwerbstätigen Beschäftigung (entspricht 5,1 % der 759.100 Erwerbstätigen der Region und 8,3 % der Erwerbstätigen in der landesweiten Umweltwirtschaft) und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 3 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft am Niederrhein um ca. 0,8 % p.a. Das Wachstum fiel damit sowohl gegenüber der Gesamtwirtschaft als auch gegenüber dem landesweiten Durchschnitt der Umweltwirtschaft geringer aus. Auch in der Bruttowertschöpfung entwickelte sich die Umweltwirtschaft am Niederrhein mit einem Plus von 2,8 % p.a. im Vergleich zur gesamten Wirtschaft und zum gesamten Bundesland etwas weniger dynamisch. Mit einem Lokalisationsquotienten von 1,03 liegt in der Umweltwirtschaft im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen nur eine leicht überdurchschnittliche Ausprägung vor.

Wirtschaftlicher Schwerpunkt der regionalen Umweltwirtschaft ist der Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft, der für 30 % der Erwerbstätigen und 38 % der Bruttowertschöpfung verantwortlich ist. Weitere hinsichtlich Erwerbstätigen und Wertschöpfung starke Teilmärkte sind die Umweltfreundliche Mobilität sowie Energieeffizienz und Energieeinsparung. Auffällig ist insbesondere die starke regionale Ausprägung des Teilmarktes Umweltfreundliche Landwirtschaft, der (bedingt durch einen großen Anteil landwirtschaftlicher Flächen und fruchtbarer Böden) im Vergleich zum gesamten Bundesland einen Lokalisationsquotienten von 2,41 ergibt.

Zusätzlich weist der Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit 1,22 einen landesweiten Spitzenwert der regionalen Ausprägung auf. Beschäftigungsstark sind in diesem Teilmarkt vor allem die Marktsegmente Abfallbehandlung und -verwertung sowie Materialeffiziente Produktionsprozesse und Technologien. Der dynamischste Wachstumsmarkt liegt in der Umweltfreundlichen Mobilität, die durch starke Zuwächse sowohl im Marktsegment der Umweltfreundlichen Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen als auch bei den Umweltfreundlichen Mobilitäts- und Antriebstechnologien seit 2010 auf insgesamt fast 2.400 neue Erwerbstätige kommt. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,1 %. Ein gegenteiliges Bild zeichnet sich im Marktsegment Erneuerbaren Energien – hier ist seit 2010 im Jahresdurchschnitt ein Rückgang der Erwerbstätigenzahlen um 5,9 % zu verzeichnen.

Während der Anteil der in den Teilmärkten der Umweltwirtschaft ausgeschriebenen Stellen an den Gesamtstellen mit 5,8 % über dem Landesdurchschnitt liegt, blieb der Anteil von Stellen der Umweltwirtschaft, die einen Digitalbezug aufweisen, mit 10 % weit hinter dem entsprechenden Wert von 15,3 % für das Bundesland insgesamt zurück. Die höchsten Anteilswerte weisen am Niederrhein der Kreis Viersen sowie der Rhein-Kreis Neuss auf.