Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Niederrhein

Am Niederrhein sind 31.500 Erwerbstätige (2016) in der Umweltwirtschaft tätig. Die Region zeigt in der Querschnittsbranche einen überdurchschnittlichen Spezialisierungsgrad (Lokalisationsquotient von 1,08). Im Jahr 2015 wurde ein Umsatz von 5,7 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft am Niederrhein
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft am Niederrhein
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft ist mit über 10.200 Erwerbstätigen (2016) und einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro (2015) der mit Abstand größte Teilmarkt in der Region. Der Niederrhein ist hier mit einem Lokalisationsquotienten von 1,4 hoch spezialisiert. Dabei fällt besonders das starke Marksegment Abfallbehandlung und -verwertung mit über 6.800 Erwerbstätigen (2016) und einem Spezialisierungsgrad von 1,9 auf. In diesem Bereich geht die Region mit innovativen Ansätzen und gutem Beispiel voran. Neben herausragenden Kompetenzen beim Recycling von Sekundärmetallen (v. a. Aluminium) steht auch das Energiepotenzial von Abfällen und Klärschlamm im Fokus. Die Marktsegmente der Abfallwirtschaft und das Segment Nachwachsende Rohstoffe und umweltfreundliche Materialien entwickeln sich gut. Die technologieorientierten Marktsegmente Materialeffiziente Produktionsprozesse und Technologien sowie Technik für die Abfallwirtschaft zeigen hingegen rückläufige Tendenzen.

Im Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität arbeiten 7.100 Erwerbstätige (2016), die einen Umsatz von 739 Mio. Euro (2015) erwirtschaften. Die Region verfügt über herausragende Kompetenzen beim Bau von Schienenfahrzeugen. Im zugehörigen Marktsegment Umweltfreundliche Mobilitäts- und Antriebstechnologien ist die Region außerordentlich hoch spezialisiert (Lokalisationsquotient von 3,9) und befindet sich weiter auf Wachstumskurs (+7,9 % Erwerbstätige p. a. 2010–2016). Zudem adressiert die Region als bedeutender Logistikstandort in einem durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekt Zukunftsfragen zur intelligenten Steuerung des Güterverkehrs und beschäftigt sich mit innovativen Filterlösungen für die Binnenschifffahrt (Schiffsmotoren).

Ein klarer Schwerpunkt der Region liegt zudem im Teilmarkt Umweltfreundliche Landwirtschaft. Auch hier verfügt die Region über eine hohe Spezialisierung (Lokalisationsquotient von 2,2). Insgesamt 1.400 Erwerbstätige (2016) erwirtschaften einen Umsatz von 122 Mio. Euro (2015). Das Agrobusiness spielt im Niederrhein entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette eine wichtige Rolle. Im Marktsegment Ökologische und Regionale Landwirtschaft liegt eine besondere Stärke der Region im Unterglasanbau und in der Gemüseanzucht im Freiland. Auch das Thema Energieeffizienz im Stall, zum Beispiel durch Wärmerückgewinnung und effiziente Lüftungstechnik, wird in der Region vorangetrieben.
Weitere Innovationsaktivitäten lassen sich im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung beobachten. Der Teilmarkt weist 2.700 Erwerbstätige (2016) und einen Umsatz von 424 Mio. Euro auf (2015). Im Forschungsprojekt "ENERGIE – Erfassung der Niederspannungs-Netzzustandsgrößen in Echtzeit" wird unter der Führung eines regionalen Energieversorgers die intelligente Steuerung und das Monitoring von lokalen Verteilnetzen mit einer hohen Zahl an dezentralen Einspeisern untersucht.

Beim Standortforum im Rahmen des Masterplan-Prozesses wurden für die Region Chancen in der Ausgestaltung intelligenter Stromnetze, der umweltfreundlichen Ausrichtung der konventionellen Landwirtschaft und in den Wachstumsperspektiven in der Materialeffizienz und der Ressourcenwirtschaft erkannt. Zudem werden zentrale Schnittmengen zwischen Landwirtschaft und regenerativer Energie sowie der Energieeffizienz gesehen. Für die Entwicklung weiterer Innovationen fordern die regionalen Akteure ein geeignetes Investitionsklima durch verlässliche Rahmenbedingungen. Nicht zuletzt werden Chancen für die regionale Umweltwirtschaft auf internationalen Märkten gesehen.

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