Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine Branche im Aufbruch

Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

Die Umweltwirtschaft ist eine weltweit stark wachsende Querschnittsbranche mit Schnittflächen zu zahlreichen Wirtschaftsbereichen. Sie bietet deshalb Chancen für etablierte Unternehmen der verschiedensten Branchen und öffnet zugleich Räume für innovative Neugründungen: Eine Branche im Aufbruch. 

Die Umweltwirtschaft entwickelt und vermarktet Produkte und Dienstleistungen mit unmittelbarem Nutzen für Umwelt und Klima. Sie verbindet wirtschaftliches Wachstum und einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Ressourceneffizienz, Abwasserbehandlung, Abfallbehandlung, umweltfreundliche Mobilität und Grüne Agrartechnologien, erneuerbare Energien und die Entwicklung eines darauf aufbauenden Energiewirtschaftssystems, sind Beispiele dafür.

Die Umweltwirtschaft findet Antworten auf drängende globale Fragen und schafft dabei Arbeit und Wohlstand. Eine Chance für ganz Nordrhein-Westfalen: Schon heute ist rund jeder zwanzigste Erwerbstätige hier in der Umweltwirtschaft tätig. Als bundesweit größter Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft ist Nordrhein-Westfalen in einer aussichtsreichen Position, sich national und international weiter zum Vorbild und führenden Standort für umwelt- und klimaorientiertes Wirtschaften zu entwickeln.

In den vergangenen Jahren haben sich Erwerbstätigkeit und die Bruttowertschöpfung in der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft durchweg positiv entwickelt. Zwischen 2010 und 2016 stieg die Erwerbstätigenzahl um 34.000 auf rund 368.000 (+1,6 % p. a.). Der Anteil der Umweltwirtschaft an der Gesamtbeschäftigung Nordrhein-Westfalens beträgt 5,1 % – und liegt damit höher als in jeder anderen Schlüsselbranche des Landes. Auch die Produktionssteigerung der Umweltwirtschaft spiegelt sich deutlich in einer jährlichen Wachstumsrate der Bruttowertschöpfung von 3,4 % zwischen 2010 und 2015 wider. Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Umweltwirtschaft mit 27,7 Mrd. Euro 6 % der gesamten nordrhein-westfälischen Bruttowertschöpfung.

Umweltwirtschaft und Nordrhein-Westfalen: die Fakten


Nordrhein-Westfalen ist bundesweit der größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft mit rund 368.000 Erwerbstätigen (2016) und einer Bruttowertschöpfung von 27,7 Milliarden Euro (2015). *

 

Umweltwirtschaft ist Job-Motor
  • Schon heute ist jeder zwanzigste Arbeitsplatz im Bundesland in der Umweltwirtschaft angesiedelt.
  • Das jährliche Erwerbstätigenwachstum seit 2010 liegt mit 1,6 % über dem der Chemiebranche (+1,5 % p. a.) und deutlich höher als etwa im Maschinenbau (+0,8 % p. a.), Fahrzeugbau (+1,0 % p. a.) oder der Elektroindustrie (+1,0 % p. a.) und damit gleich zur nordrhein-westfälischen Gesamtwirtschaft.

 

Umweltwirtschaft ist Wertschöpfung
  • Die Bruttowertschöpfung in der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft ist zwischen 2010 und 2015 durchschnittlich um 3,4 % p. a. gewachsen, insgesamt auf 27,7 Mrd. Euro (2015).
  • 66,3 Mrd. Euro beträgt der Umsatz der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen 2015, seit 2010 zeigt sich ein Anstieg um rd. 3 Mrd. Euro bzw. um 1 % p. a.

 

Umweltwirtschaft ist Innovationsführer
  • Der Anteil der Umweltwirtschaft an den Patentanmeldungen der nordrhein-westfälischen Gesamtwirtschaft beträgt 5,2 % (2015).
  • Nordrhein-Westfalen ist einer der patentstärksten Standorte in Deutschland: 19 % der Patente in Deutschlands Umweltwirtschaft kommen aus Nordrhein-Westfalen. Dies entspricht 2 % der weltweit gemeldeten Patente in diesem Bereich (2014).
  • Die Digitalisierung ist der mit Abstand bedeutendste Innovationstreiber in der Umweltwirtschaft: Präzisionslandwirtschaft, intelligente Stromnetze, smarte Gebäude, eine digitale Entsorgungslogistik, ein umfassendes städtisches Mobilitätsmanagement, Wasser 4.0, vernetze Messsonden oder auch der virtuelle Wald – in allen Teilmärkten der Umweltwirtschaft sind digitale Innovationen prägend.

 

Umweltwirtschaft ist Exportmeister und Global Player
  • 10,4 Mrd. Euro Exportvolumen erbringt die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, das sind 5,8 % (2016) der gesamten Exportleistung des Bundeslandes.
  • Die Exportquote der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens liegt bei 15,5 % (2015). Werden lokal erbrachte und nicht-exportierfähige Bau- und Dienstleistungen ausgeklammert, liegt die Exportquote der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft bei respektablen 40 %.
  • Der Weltmarktanteil der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft liegt bei 1,6 % (2015). Dabei ist die Europäische Union ist mit 69 % der größte Abnehmer für Exporte der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft. Mit rd. 1,3 Mrd. Euro stellen die Niederlande den größten Absatzmarkt dar, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit rd. 1,2 Mrd. Euro (2016). Wichtige Handelspartner sind darüber hinaus Belgien (rd. 0,8 Mrd. Euro) und Frankreich (rd. 0,6 Mrd. Euro). Die wichtigsten außereuropäischen Handelspartner für NRW-Unternehmen sind die Volksrepublik China (0,5 Mrd. Euro) und die USA (0,4 Mrd. Euro).
  • Zu den Top Exportgütern der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft gehören neben Wasserinfrastrukturen und Sekundärrohstoffen, wie Eisen und Kupfer, auch Schienenfahrzeuge.

 

Umweltschutz ist wichtigster Treiber
  • Mit 90.000 Erwerbstätigen (2016) ist der Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft der größte der Umweltwirtschaft. Zusammen mit den Teilmärkten Minderungs- und Schutztechnologien (10.000 Erwerbstätige) und Wasserwirtschaft (53.000 Erwerbstätige) entfallen auf klassische Umwelttechnologien über 40 % der Arbeitsplätze.

 

Umweltfreundliche Mobilität mit dynamischer Entwicklung
  • Ein Plus von 12.000 auf 81.000 Erwerbstätige bescherte dem Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität zwischen 2010 und 2016 den größten absoluten Zuwachs unter den nordrhein-westfälischen Teilmärkten der Umweltwirtschaft. Mit einer Bruttowertschöpfung von 4,6 Mrd. Euro (2015) liegt der Teilmarkt im nordrhein-westfälischen Ranking auf dem zweiten Platz.
  • Auch zählt der Teilmarkt mit einem kräftigen jährlichen Wachstum der Ausfuhren seit 2010 von 6,4 % auf 2,02 Mrd. Euro (2016) zu den exportstärksten des Landes.

 

Starkes Wachstum in der Umweltfreundlichen Landwirtschaft
  • Die Umweltfreundliche Landwirtschaft kann als kleinster Teilmarkt der Umweltwirtschaft insgesamt hohe Wachstumsraten verzeichnen. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg von 2010 bis 2016 um 2,3 % p. a. auf 8.000 an. Der Umsatz zeigt mit einem jährlichen Wachstum von 5 % (2010–2015) eine besonders gute Entwicklung.
  • Nordrhein-Westfalen setzt Maßstäbe in der digitalen Landtechnik: Die Sensortechnik ist der mit Abstand wichtigste Technologiebereich. Bedeutend sind auch die Landfahrzeugtechnik und die Teilflächenbewirtschaftung. Mehr als 20 % der deutschlandweit in diesem Teilmarkt angemeldeten Patente kommen aus Nordrhein-Westfalen.
  • Mit einer Exportquote von 30,8 % (2015) liegt der Teilmarkt deutlich über der Exportquote des entsprechenden Teilmarktes auf Bundesebene (22,2 %).

 

* Alle Angaben basieren auf dem Umweltwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen 2017.