Umweltwirtschaftliche Innovationen und industrielle Basis

Regionalprofil Bergisches Städtedreieck

Das Bergische Städtedreieck verfügt über eine große Expertise im Bereich der Umweltwirtschaft, die von einer überdurchschnittlichen Forschungsintensität in den Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen der Region getragen wird.

Stärken der Region liegen im Bereich der energie- und ressourceneffizienten Stadt- und Quartiersentwicklung einschließlich smarter (E-)Mobilitätsangebote. In all diesen Bereichen weist die Region hohe Digitalisierungskompetenzen auf.

Traditionell dominieren im Städtedreieck auch neue Ideen an der Schnittstelle zwischen Umweltwirtschaft und klassisch-produktionsorientierten Branchen. Ein Fokusthema ist hier die Materialwissenschaft, insbesondere Innovationen im Bereich technischer Oberflächen. Die entsprechenden Industriebranchen sind in der Region in zahlreichen Netzwerken organisiert und geben ihr ein spezifisches Gesicht.

Insgesamt bietet die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalens kleinster Wirtschaftsregion Arbeitsplätze für über 14.000 Erwerbstätige, d. h. ca. 4,5 % der insgesamt 308.000 Erwerbstätigen der Region, und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von über 1,11 Mrd. Euro. Zwischen 2010 und 2019 wuchs die Erwerbstätigenzahl in der Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck mit ca. 2,6 % p.a. mehr als doppelt so schnell wie die Gesamtwirtschaft und fast doppelt so schnell wie die Umweltwirtschaft im Landesdurchschnitt. Auch in der Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck mit einem Plus von 5,6 % p.a. im Vergleich zur gesamten Wirtschaft und zum Bundesland insgesamt deutlich dynamischer. Mit einem Lokalisationsquotienten von 0,92 liegt in der Umweltwirtschaft eine leicht unterdurchschnittliche Spezialisierung vor.

Regionale Schwerpunkte der Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck sind die Teilmärkte Umweltfreundliche Mobilität, Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft sowie Energieeffizienz und Energieeinsparung. Der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität erzielt, trotz der um ca. 600 höheren Erwerbstätigenzahl und der überdurchschnittlichen regionalen Ausprägung (der LQ 1,23 ist zweitstärkster Wert in NRW), lediglich ca. drei Viertel der Bruttowertschöpfung des Teilmarktes Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft. Dies ist auf die hohe Bruttowertschöpfung zurückzuführen, die sich aus verhältnismäßig geringen Vorleistungsaufwendungen und hohen Produktionswerten ergibt. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere die zentrale Funktion des Teilmarktes für die Kreislaufwirtschaft.

Mit Blick auf die Marktsegmente zeigen sich zwischen 2010 und 2019 punktuell starke Entwicklungen: So verachtfachte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Marktsegment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur, im Segment Nachwachsende Rohstoffe und umweltfreundliche Materialien verdreifachte sie sich.

Bedeutendstes Marktsegment bleibt Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen mit ca. 3.300 Erwerbstätigen. Ein überdurchschnittlicher Wachstumsmarkt bleibt auch der Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung, insbesondere das Segment der Energieeffizienten Produktionsprozesse und Technologien konnte deutliche Zuwächse der Erwerbstätigen (+5,6 % p.a. seit 2010) verzeichnen. Trotz dieses Wachstums ist der Teilmarkt mit einem Lokalisationsquotienten von 0,87 unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Auf dem Arbeitsmarkt stellt sich die Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck heterogen dar: Während in Wuppertal und Solingen jeweils weniger als 4 % aller Stellen einen umweltwirtschaftlichen Bezug aufweisen, nimmt dieser Wert in Remscheid mit über 9 % einen Spitzenplatz im landesweiten Vergleich ein. Auch der Anteil der Stellen mit Digitalisierungsbezug innerhalb der Umweltwirtschaftliegt in Remscheid mit ca. 19,4 % deutlich über dem der anderen beiden Städte. Insgesamt rangiert das Bergische Städtedreieck jedoch mit einem Digitalisierungsanteil von 14,3 % der Stellen leicht unter dem Landesdurchschnitt.