Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Bergisches Städtedreieck

Das Bergische Städtedreieck gestaltet aktiv den Strukturwandel vom traditionellen Industriestandort hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsregion. Produkte und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft spielen hierbei eine wichtige Rolle. Insgesamt beschäftigt die Querschnittsbranche in der Region über 10.000 Beschäftigte (2016) und erwirtschaftet einen Umsatz von über 819 Mio. Euro (2015).

Zu den wichtigsten Teilmärkten zählen neben Umweltfreundliche Mobilität sowie Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft auch die beiden energieorientierten Teilmärkte. Die Netzwerkinitiative Neue Effizienz koordiniert diese Teilmärkte in der Region und fungiert als regionaler Ansprechpartner für Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft für das Bergische Städtedreieck
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Umweltfreundliche Mobilität ist mit 3.400 Erwerbstätigen (2016) der größte Teilmarkt in der Region (33 %). In diesem Bereich zeigt sich die Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck besonders stark verankert (Lokalisationsquotient von knapp 1,3) und auf Wachstumskurs (Erwerbstätigenwachstum 2010–2016 +3,6 % p. a.). Der Schwerpunkt liegt im Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen. Bei der Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr wird Bewährtes und Neues zusammengebracht. Das teilelektrifizierte leitungsgestützte Bussystem in Solingen wird im Zuge des BOB-Projekts (Batterie-Oberleitungs-Bus) zu einem flexiblen und emissionsfreien E-Bussystem mit dynamischer Ladeinfrastruktur fortentwickelt. Weitere Innovationsthemen sind vernetzte Mobilität und autonomes Fahren. Die Zahl der Erwerbstätigen im vergleichsweise kleinen Marktsegment Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Infrastruktur hat sich 2010–2016 verzehnfacht.

Energieeffizienz und Energieeinsparung hat in der Region ebenfalls eine hohe Bedeutung. Im Jahr 2015 wurde ein Umsatz von 191 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Teilmarkt verzeichnet ca. 1.700 Erwerbstätige (2016). Verschiedene KWK-Modellkommunen treiben im Bergischen Städtedreieck zudem die Implementierung von innovativen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen voran. Mit der Initiative Neue Effizienz und dem Netzwerk surface.net werden lokale Kompetenzen in der Anwendung und Ausnutzung von Energie- und Ressourceneffizienzpotenzialen gebündelt. Zudem treten die Bergische Universität Wuppertal und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie als herausragende Forschungseinrichtungen auf. Auch städteplanerisch zeigt sich die Region im Themenfeld der Umweltwirtschaft aktiv. Im Rahmen eines aktuellen EFRE-Förderprojektes wird der Wuppertaler Stadtteil Arrenberg klimaneutral ausgerichtet. Der zweite energieorientierte Teilmarkt Energiewandlung, -transport und -speicherung zeichnet sich im Besonderen durch den höchsten Umsatzwert (193 Mio. Euro, 2015) aus.

Im Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft ist ein Viertel (2.300 Erwerbstätige, 2016) der Erwerbstätigen der bergischen Umweltwirtschaft tätig. Die Region verfügt über herausragende Kompetenzen im Bereich der Oberflächentechnik. Aktuelle Innovationstätigkeiten beziehen sich hierbei u. a. auf Formgedächtnislegierungen, Nanobeschichtungen und Biolacke.

Im Rahmen des regionalen Dialogprozesses zur Entwicklung des Masterplans Umweltwirtschaft haben Wirtschaftsakteure aus dem Bergischen Städtedreieck verschiedene Handlungsansätze identifiziert, um die Entwicklung der Umweltwirtschaft in der Region weiter zu stärken. Mit Blick auf die umweltfreundliche Mobilität werden umfassende Chancen für die Region in intelligent gesteuerter und elektrisch angetriebener Schwarmmobilität gesehen. Bei den Schwerpunktthemen Energie- und Materialeffizienz setzt die Region auf Kooperation, um in diesem Bereich insbesondere die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Herausforderungen werden weniger in der technologischen Entwicklung als vielmehr in der Implementierung von Effizienztechnologien in Unternehmen, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen, gesehen. Bedeutende Marktchancen werden im Bereich der Gebäudetechnik erkannt. Ein zentrales Thema sind dabei Smart-Home Technologien, die Effizienzverluste aufgrund fehlerhafter Bedienung und Einstellungen verringern.

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