Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Köln/Bonn

Die Region Köln/Bonn ist mit fast 62.000 Erwerbstätigen (2016) Nordrhein-Westfalens zweitgrößter Standort für Umweltwirtschaft.

Die wirtschaftlich breit aufgestellte Region verzeichnet ein starkes Wachstum in der Querschnittsbranche (+2,4 % p. a.) und weist spezifische Kompetenzen und Innovationsstärken auf, insbesondere in den Teilmärkten Umweltfreundliche Mobilität, Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft sowie Minderungs- und Schutztechnologien.

Die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten der Umweltwirtschaft für Köln/Bonn
Die Umsätze der einzelnen Teilmärkte der Umweltwirtschaft in der Region Köln/Bonn
Legende zur Grafik aus dem Umweltwirtschaftsbericht
Bildlegende zur Beschreibung des Lokalisierungsquotienten

Umweltfreundliche Mobilität ist in der Region stark verankert. Mit gut 17.200 Erwerbstätigen (2016) bildet sie den größten Teilmarkt der Umweltwirtschaft in der Region Köln/Bonn. Der Großteil (13.800) geht auf das Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen zurück. Dazu trägt neben dem stark ausgeprägten ÖPNV in den Städten Köln und Bonn auch die zentrale Lage der Region am Rhein und die daraus sich ergebende Funktion einer Logistikdrehscheibe bei. Die Entwicklung innovativer Ansätze in der Region fokussiert u. a. auf intelligente Verkehrssysteme und Infrastrukturen, nicht zuletzt geprägt von lokalen Forschungszentren des Max-Planck-Instituts für Gemeinschaftsgüter in Bonn, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln, der Universität und Technischen Hochschule Köln sowie an den Automotivestandorten Köln-Niehl und Bergisch-Gladbach.

Mit 11.800 Erwerbstätigen (2016) verzeichnet die Region im Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit knapp 3,3 Mrd. Euro im Jahr 2015 hohe Umsatzwerte. Diese gehen insbesondere auf das Marktsegment Abfallsammlung und -transport zurück. Im Thema umweltfreundliche Materialien ist die Region als einer der wichtigsten Chemie-Standorte Europas gut positioniert und treibt in der Materialforschung viele Innovationsprozesse voran. Als Teil des Exzellenzclusters verfügt die Universität Köln zudem über ein ausgeprägtes Forschungsprofil in der Bioökonomie, mit zahlreichen Schnittmengen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe und somit zur Umweltwirtschaft. Ausgesprochen innovativ ist die Region darüber hinaus im Segment Technik für die Abfallwirtschaft. Mit bedeutenden Anlagenherstellern und auch mit dem Projekt :metabolon setzt die Region Innovationsimpulse im Bereich der Stoffumwandlung und dem Umgang mit Reststoffen.

Mit über 2.300 Erwerbstätigen (2016) ist die Region Köln/Bonn auch im Teilmarkt Minderungs- und Schutztechnologien stark vertreten. Der Schwerpunkt liegt dabei im Marktsegment Lärmminderungs- und Luftreinigungstechnologien. Insbesondere im Bereich der Filtertechnik beheimatet die Region einige führende Unternehmen und treibt verschiedene innovative Entwicklungen voran.

Im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung weist die Region mit 11.500 Erwerbstätigen (2016) insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Stärken im IKT-Sektor und des Innovationspartners RheinEnergie spezifische Kompetenzen auf. In Köln bündelt die Plattform smart city cologne verschiedene Aktivitäten zur intelligenten und klimagerechten Stadtentwicklung, darunter das EU-Leuchtturmprojekt GrowSmarter.

Im Standortdialog identifizierten regionale Akteure die Umweltwirtschaft als verbindendes Thema, um innovative Zukunftsthemen branchenübergreifend zu gestalten. Handlungsansätze werden in den Themen Innovation, Internationalisierung sowie Beratung und Vernetzung gesehen. Vor dem Hintergrund der regionalen Stärken wurde deutlich, dass insbesondere IKT und Umweltwirtschaft stärker zusammengedacht werden müssen. Zusammenhänge sollten dabei insbesondere in bestehenden Netzwerkstrukturen aufgearbeitet werden, anstatt neue Strukturen zu schaffen. Die Umweltwirtschaft kann dabei auch als Leitbild für die Arbeit bestehender Netzwerke fungieren. Eine konkrete Idee besteht in der Ausrichtung einer Messe für Umweltwirtschaft. Im Bereich Internationalisierung und bestehender Förderinstrumente des Landes wurde Informationsbedarf auf Seiten der Unternehmen formuliert.