Green Practice NRW
Ressourcen und Energie aus Reststoffen zurückgewinnen
RE-Papier
Ressourcen- und Energierückgewinnung aus organischen Reststoffen der Papierindustrie
Düsseldorf • 01.04.2022
Beim Recycling von Altpapier entstehen große Mengen einer kurzfaserigen Papierfraktion, die nicht für den weiteren Prozess der Papierherstellung verwertet werden kann. Diese Fasern wurden gemäß Stand der Technik vor Projektstart entweder thermisch verwertet (d. h. verbrannt) oder deponiert. Durch das Projekt RE-Papier konnte aufgezeigt werden, wie die Kurzfasern deutlich hochwertiger verwertet werden können, sodass Energie, Wasser und Rohstoffe effizient (zurück-)gewonnen werden können.
In dem Projekt wurde untersucht, wie die Kurzfasern zu Biogas vergärt werden können, das als Energieträger Braunkohle und Erdgas substituieren kann. Dabei wurde auch erprobt, wie das Wasser aus den sehr feucht anfallenden Kurzfasern entfernt und als Produktionswasser wiederverwendet werden kann. Außerdem wurde eine Methode entwickelt, um das in den Kurzfasern enthaltene Calciumcarbonat hochwertig zurückzugewinnen. Bei der bisher üblichen Verbrennung der Kurzfasern war dieser Rohstoff in Branntkalk umgewandelt worden, sodass er stark an Wert verlor.
Innovation, Diversifizierung, Kreisläufe schließen, fossile CO₂-Emissionen reduzieren. Nur ein paar Schlagwörter, die das Projekt RE-Papier beschreiben. Damit leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zum angestrebten europäischen „Green Deal“ und somit zu unser aller gemeinsamen Zukunft.“
Markus Dahmen, PlanET
Die Versuche wurden sowohl im Labormaßstab in den Laboratorien an der FH Aachen als auch im ersten Scale-up durch einen Versuchsfermenter von PlanET am Produktionsstandort Kreuzau der Firma Metsä Tissue durchgeführt.
Ergebnis des Projekts RE Papier war, dass die Umwandlung der bei der Papierproduktion anfallenden Kurzfasern zu Biogas sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist. Interne Rohstoffkreisläufe konnten geschlossen, der Transportaufwand reduziert und fossile Energieträger substituiert werden. Nach Projektende sind die Projektpartner auf erhebliches Interesse von Seiten der Papierindustrie gestoßen und haben Anfragen von verschiedenen Unternehmen erhalten, die an einem Einsatz der entwickelten Technologie interessiert sind.
Einordnung
Dieses Projektbeispiel wurde auf der Grundlage der bewilligten Förderung nach redaktionellen Kriterien ausgewählt. Die Veröffentlichung bedeutet keine Aussage über den Projekterfolg und ist keine Unternehmens- oder Produktempfehlung sowie keine Zertifizierung oder Bewertung der gesamten Umweltleistung eines Unternehmens. Mehr erfahren
Steckbrief
RE-Papier
Themenfeld
Umweltfreundliche Innovationen und Forschungskompetenzen
Laufzeit
01.04.2016 bis 30.06.2019
Durchführungsort
Jülich, Kreuzau, Vreden
EFRE-Maßnahmenbereich / Vorhabensart
Leitmarktwettbewerb EnergieUmweltwirtschaft.NRW
Gesamtkosten
1,143 Mio. €
Fördermittel
- 812.000 €
- davon 559.000 € EU-Mittel
- davon 253.000 € NRW-Mittel
Zuwendungsempfänger
- FH Aachen (Konsortialführer, ausführende Stelle: Institut NOWUM-Energy)
- PlanET Biogastechnik GmbH
- Metsä Tissue Group
Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Isabel Kuperjans
Direktorin Institut NOWUM-Energy an der FH Aachen
Telefon: 0241 6009-53954
kuperjans@fh-aachen.de
Markus Dahmen
Telefon: 02564 3950-169
m.dahmen@planet-biogas.com

Das dargestellte Projekt wurde durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.