Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
15. Juni 2016 in Köln

Standortforum Umweltwirtschaft in der Region Köln/Bonn

Am 15. Juni 2016 fand in Köln das Standortforum Umweltwirtschaft der Region Köln/Bonn statt. Moderator Jörg Hembach (Projektmanager Region Köln/Bonn e.V.) und Dr. Reimar Molitor (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Region Köln/Bonn e.V.) begrüßten die Teilnehmenden von Seiten der Region. Dr. Reimar Molitor verwies auf das breit aufgestellte Profil der Region. Mit den wirtschaftlich starken Städten Köln, Bonn und Leverkusen sowie vielfältigen Spezialisierungen in den Kreisen sei die Region in den Bereichen der Umweltwirtschaft gut aufgestellt.

Konferenzraum mit laufender Präsentation
Torsten Wolter, Region Köln/Bonn e.V.
Vortrag an der Präsentationswand.
Torsten Wolter, Region Köln/Bonn e.V.

Alexandra Landsberg (Stellvertretende Abteilungsleiterin im MKULNV NRW) erläuterte die Umweltwirtschaftsstrategie der Landesregierung NRW und betonte, dass jede Regionen in NRW ihre eigenen Stärken habe. Herausforderung sei es, gezielt auf diese Stärken vor Ort einzugehen. Der mit der Umweltwirtschaft erwirtschaftete Umsatz in der Region Köln/Bonn entwickelte sich im Zeitraum 2009-2012 mit 19,4% deutlich dynamischer als in NRW (15,6%).

Anschließend stellte Oliver Lühr (Principal Prognos AG) die zentralen Ergebnisse des Umweltwirtschaftsberichts NRW für die Region Köln/Bonn vor. Die Teilmärkte Umweltfreundliche Mobilität, Materialieneffizienz und Ressourcenwirtschaft sowie Energieeffizienz und Energieeinsparung weisen in der Region eine besonders starke Spezialisierung auf. Herr Lühr beantwortete anschließend Fragen aus dem Plenum und erläuterte die Methodik hinter dem Umweltwirtschaftsbericht.

Petra Hemming während ihres Vortrages.
Torsten Wolter, Region Köln/Bonn e.V.
Die Veranstaltungsteilnehmer sitzen an Tischen.
Torsten Wolter, Region Köln/Bonn e.V.

Keynote und Impuls

In seiner Keynote stellte Martin Sambale (Geschäftsführer eza! energie- & umweltzentrum allgäu gemeinnützige GmbH) Erfahrungen und Projekte seines Hauses vor. Die eza! besteht seit 1998 und berät Energieeffizienzprojekte, schwerpunktmäßig im Bereich der Gebäudesanierung. Mittlerweile erfolgen lediglich sieben Prozent der Finanzierung der gemeinnützigen GmbH über Spenden der Gesellschafter, 50 Prozent werden durch Dienstleistungen für Kommunen und die Öffentliche Hand erwirtschaftet. Weitere Finanzierungsquellen werden durch die Projektförderung diverser europäischer und nationaler Programme sowie Dienstleistungen anderer Zielgruppen akquiriert. Herr Sambale betonte, wie wichtig es sei, dass die Mitglieder von Netzwerken einen konkreten Mehrwert in deren Mitgliedschaft erkennen (z.B. über Schulungen im Bereich Energieeffizienz). Zur Steigerung der eigenen Sichtbarkeit, legt die eza! einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gezielt auf die Öffentlichkeitsarbeit.

Im Anschluss stellte Petra Hemming (Manager Market Communications Maschinenfabrik Wagner GmbH & Co. KG) die Marke Plarad aus Much vor. Unter der Marke vertreibt das Unternehmen Schraubsysteme, die unter anderem bei der Montage von Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Das mit ca. 150 Mitarbeitern mittelständische Unternehmen entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem weltweit führenden Zulieferer seiner Produkte. Frau Hemming erläuterte die Vorgehensweise und die Herausforderungen, die auf diesem Weg zu bewältigen waren und zukünftig sein werden. Das Unternehmen habe früh das Potenzial in der Windkraftbranche erkannt und sich dementsprechend aufgestellt. Plarad richtet seit einigen Jahren auf der Hannover Messe das „Windkraft Zulieferer Forum“ aus. Das Branchentreffen sei eine gute Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen und die eigene Marke bekannt zu machen.

Alexandra Landsberg betonte im Anschluss an den Vortrag von Frau Hemming, dass die Maschinenfabrik Wagner ein klassisches Beispiel für ein Unternehmen der Umweltwirtschaft sei. Ein Ziel der Umweltwirtschaftsstrategie sei auch, die thematische Bandbreite von Unternehmen der Umweltwirtschaft aufzuzeigen.

Diskussion und gemeinsame Erarbeitung von Handlungsansätzen

Nach den beiden Impulsen öffnete sich die Diskussion dem Plenum. Die Teilnehmenden diskutierten zu den Schwerpunkten Innovation, Internationalisierung sowie Beratung und Vernetzung. Dabei wurden Chancen und Herausforderungen der Umweltwirtschaft benannt.

Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass innovative Zukunftsthemen branchenübergreifend stattfinden. Die Marktentwicklung zeige in vielen Bereichen schon heute, dass in der Zukunft Umweltwirtschaft als übergeordnetes Thema an Bedeutung gewinnen werde.

Ein gutes Beispiel sei die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Schon heute würde durch Anwendungen der effizienten Energiesteuerung und Smart Home deutlich, dass IKT und Umweltwirtschaft stärker zusammengedacht werden müssten. Die Frage sei, wie dieser Transformationsprozess in bestehende Strukturen eingebunden werden könne. Gewarnt wurde in diesem Zusammenhang davor, neue Netzwerke ohne klaren Mehrwert für die Beteiligten aufbauen zu wollen. Es wurde angeregt, bestehende Strukturen stärker zu nutzen. Die Umweltwirtschaft solle eine Lotsenfunktion wahrnehmen und bestehende Netzwerke in die richtige Richtung „mitziehen“. Im Bereich Internationalisierung und Fördermöglichkeiten bestehe Informationsbedarf auf Seiten der Unternehmen. Es wurde außerdem gefordert, dass die Kammern beim Thema Umweltwirtschaft stärker eingebunden werden und Kooperationen zu suchen sind.

Langfristig müssten Industrie- und Umweltthemen auf institutioneller Ebene stärker zusammengebracht werden, bestätigte auch Alexandra Landsberg mit Hinblick auf die Querschnittsbranche Umweltwirtschaft.
Festgehalten wurde, dass es noch einige Zeit und großen Einsatz bedürfe, um die Bekanntheit der Umweltwirtschaft in NRW voranzutreiben. Ziel müsse es sein, die Akteure der Umweltwirtschaft zusammenzubringen. Vorgeschlagen wurde in diesem Zusammenhang die Ausrichtung einer Messe für Umweltwirtschaft in Nordrhein Westfalen. Als Vorbild könne die ENVITECH in Düsseldorf dienen.

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