Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Düsseldorf

Die Region Düsseldorf ist eine der wirtschaftsstärksten des Landes.

Ihre dominierenden Branchen stehen auf den ersten Blick in relativ geringem Maße mit der Umweltwirtschaft in Verbindung: Nur 3,3 % der Erwerbstätigen der Region Düsseldorf arbeiten in der Umweltwirtschaft. Der Anteil ist damit kleiner als in jeder anderen Wirtschaftsregion Nordrhein-Westfalens. Insgesamt sind aber 19.800 Erwerbstätige in der Umweltwirtschaft beschäftigt. Überdurchschnittliche Spezialisierungen und herausragende Wachstumsraten in einzelnen Marktsegmenten sowie die mit 8,7 unter allen Regionen höchste Dichte von Patenten je 1.000 Erwerbstätige in der Umweltwirtschaft zeigen die Bedeutung und die Potenziale der Umweltwirtschaft für die Region.

Im größten Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit rund 5.400 Erwerbstätigen sind vor allem drei Marktsegmente auffällig: Die Anlagentechnik für die Abfallwirtschaft ist in Düsseldorf mit 600 Erwerbstätigen überdurchschnittlich stark ausgebildet, was sich in einem Lokalisationsquotienten von 1,16 im Vergleich zum Landesdurchschnitt niederschlägt. Das Marktsegment zeichnet sich vor allem durch eine mit 10,5 % sehr dynamische Wachstumsentwicklung bei den Erwerbstätigen im Zeitraum 2009–2012 aus. Des Weiteren gehören die traditionell verankerte Metallbearbeitung und der Maschinenbau zu den wichtigsten Industrien in Düsseldorf und im Kreis Mettmann. Somit ist die Region in der Herstellung von Maschinen zur Metallverwertung besonders gut aufgestellt, z. B. mit Herstellern wie ANDRITZ Maerz oder Metzo Lindemann. Stoffliche und energetische Verwertung ist mit knapp 1.700 Erwerbstätigen zwar das größte Marktsegment des Teilmarkts, mit einem Lokalisationsquotienten von 0,46 jedoch im landesweiten Vergleich schwach ausgeprägt. Auffällig ist hier allerdings auch die hohe Wachstumsrate von 13,6 %. Im Marktsegment Abfallsammlung und -behandlung liegt in Düsseldorf mit 1.400 Erwerbstätigen und einem Lokalisationsquotienten von 1,24 zwar eine hohe Spezialisierung vor, allerdings ist die Zahl der Erwerbstätigen von 2009 bis 2012 um 1,9 % gesunken.

Aufgrund der hohen Beschäftigung im Nahverkehr steht der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität mit 5.000 Erwerbstätigen an zweiter Stelle. Darauf folgt der Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung mit über 4.300 Erwerbstätigen, der sich vor allem durch eine relativ hohe Spezialisierung im Marktsegment Energieeffiziente Produktionsprozesse und Technologien (LQ 1,12 zu Nordrhein-Westfalen bei 1.400 Erwerbstätigen) auszeichnet. Diese ist unter anderem in der starken IKT-Branche begründet, zum Beispiel mit Niederlassungen von Hewlett-Packard, Computacenter und Rockwell Automation. Auch der klassische Anlagen- und Maschinenbau hat Anteil daran, etwa durch die SMS Siemag AG, zu deren Portfolio effiziente Metallverarbeitungstechniken, Filter- und Umwelttechnologien und Anlagentechnik zur Wiederverwertung von Metallen zählen.

Unternehmenslandschaft

Im Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung, der insgesamt mit 1.500 Erwerbstätigen im Regionalvergleich sehr schwach ausgeprägt ist (LQ 0,52 zu Nordrhein-Westfalen), sticht das Marktsegment Intelligente Energiesysteme und Netze mit über 500 Erwerbstätigen durch eine hohe Wachstumsrate 11,5 % (Erwerbstätige 2009–2012) und eine mit einem Lokalisationsquotienten von 1,09 zu Nordrhein-Westfalen relativ hohe Spezialisierung hervor. Mit großer Aufmerksamkeit wird zudem der Umbau des größten deutschen Energieversorgers E.ON SE zu einem führenden Anbieter von Erneuerbaren Energien, Energienetzen und Kundenlösungen zu verfolgen sein, der allerdings mit einem Umzug des Unternehmens nach Essen in die Metropolregion Ruhr verbunden ist.

Die Region zeigt besonders in den materialbearbeitenden und -verwertenden Segmenten, die zudem mit der produzierenden mittelständischen Basis verbunden sind, sehr dynamische Entwicklungen. Bestehende Netzwerke wie die Schlüsselregion Heiligenhaus/Velbert mit aktuell 160 Mitgliedern, die Forschungs- und Wissenschaftslandschaft aus Instituten, FHs und Universitäten sowie die zusammenwachsenden Regionalstrukturen können eine Grundlage auch für produktionsorientierte Produkte und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft sein.

Neben diesem Kernsegment bildet die Region auch für anwendende Branchen aus dem Mittelstand sowie aus den Segmenten Chemie und Automotive interessante Ansätze. Kernkompetenzen, die für die Entwicklung der Umweltwirtschaft genutzt werden sollten, sind zudem die ausgewiesene ITK-Stärke, das hohe Innovationspotenzial, das außergewöhnlich rege Gründungsgeschehen und die Internationalität der Landeshauptstadt Düsseldorf mit lang gepflegten Verbindungen nach Asien, die hoch interessante Absatzpotenziale bieten.