Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Bergisches Städtedreieck

Das Bergische Städtedreieck ist ein Standort mit langer Industrietradition, in dem vor allem die Metallerzeugnisse und – eingeschränkt – die Branchen Maschinenbau, Chemie und elektrische Ausrüstungen von Bedeutung sind.

Das Bergische Städtedreieck zeigt mit einem starken Rückgang der Industriebeschäftigung die Charakteristika einer Region im tiefgreifenden Strukturwandel. Die traditionelle industrielle Struktur ist mitverantwortlich für eine vergleichsweise schwach ausgeprägte Position bei der Erzeugung von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft.

Mit insgesamt ca. 226.000 Erwerbstätigen, davon gut 9.600 in der Umweltwirtschaft, und 330 km² Fläche ist das Bergische Städtedreieck die kleinste Wirtschaftsregion Nordrhein-Westfalens. Mit einem Lokalisationsquotienten (LQ) von 0,90 ist die Umweltwirtschaft insgesamt im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen leicht unterdurchschnittlich ausgeprägt. Auch das Wachstum fiel von 2009–2012 mit 4,1 % leicht unterdurchschnittlich aus. Dennoch weisen einige Teilmärkte und Marktsegmente Spezialisierungen auf bzw. leisten einen signifikanten Anteil zur Beschäftigung der Region. Darüber hinaus entwickelt sich die Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck dynamischer als die regionale Gesamtwirtschaft (3,6 %).

Die Umweltfreundliche Mobilität bildet mit knapp 2.900 Erwerbstätigen den größten Teilmarkt. Zudem stellt sie den Teilmarkt mit der höchsten Spezialisierung dar (LQ 1,23 zu Nordrhein-Westfalen bzw. 1,10 zu Deutschland). Zurückzuführen ist diese Stärke größtenteils auf das Marktsegment Umweltfreundliche Logistik- und Mobilitätsdienstleistungen mit knapp 2.700 Erwerbstätigen und einem LQ von 1,49 zu Nordrhein-Westfalen. Dieses wiederum wird von der außergewöhnlich hohen Erwerbstätigkeit im Personennahverkehr dominiert. Mit einem Wachstum von 1,7 % in der Periode 2009–2012 weist der Teilmarkt allerdings eine geringe Dynamik auf.

Unternehmenslandschaft
Die Grafik zeigt die Unternehmensdichte in den jeweiligen Teilmärkten der Umweltwirtschaft in einer Karte des Bergischen Städtedreiecks.

Der zweitgrößte Teilmarkt ist Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit rund 2.400 Erwerbstätigen. Gut die Hälfte davon ist im Marktsegment Stoffliche und energetische Verwertung beschäftigt.

Die Erwerbstätigenentwicklung ist mit −19,0 % zwischen 2009 und 2012 stark rückläufig. Darüber hinaus liegt eine hohe Spezialisierung im Marktsegment Nachwachsende Rohstoffe und umweltfreundliche Materialien vor (LQ 1,74 zu Nordrhein-Westfalen). Auch hier ist die Zahl der Erwerbstätigen rückläufig (−11,1 %).

Mit knapp 1.700 Erwerbstätigen stellt die Wasserwirtschaft ebenfalls einen bedeutenden Teilmarkt dar. Mit einem Lokalisationsquotienten von 0,98 im Vergleich zu Deutschland ist er aber nur durchschnittlich ausgeprägt (zu Nordrhein-Westfalen: 0,94). Das Erwerbstätigenwachstum ist mit 6,2 % zwischen 2009 und 2012 im Vergleich zu 4,6 % landesweit stärker ausgeprägt.

Im Städtedreieck dominiert die Anwendung der Umweltwirtschaft in der Schnittstelle zu klassischen produktionsorientierten Branchen. Diese Ausrichtung belegt auch der Blick auf die lokalen Netzwerke und Initiativen. Mit dem Netzwerk surface.net oder der Initiative Neue Effizienz werden lokale Kompetenzen in der Anwendung und Ausnutzung von Energie- und Ressourceneffizienzpotenzialen gebündelt. Für den Energiesektor zeigen sich Ansätze in dem Netzwerk hundertprozentig.ERNEUERBAR. Auf Seite der Unternehmen ist Vaillant als innovativer und international positionierter Hersteller umweltfreundlicher Heiz- und Lüftungstechnik (v. a. Wärmepumpen, Pelletheizungen, Kraft-Wärme-Kopplung, Solartechnik) hervorzuheben. Die Patente für Chemikalien und Abscheidungsprozesse deuten darüber hinaus auch auf Innovationspotenzial in Bereichen wie Wasseraufbereitung und Luftreinhaltung hin.

Wichtige Akteure für die Umweltwirtschaft in der Region sind neben den Nahverkehrsbetrieben unter anderem Forschungsinstitutionen wie die Bergische Universität Wuppertal und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Mit der Bergischen EntwicklungsAgentur (BEA) werden vielfältige auf die mittelständische Struktur bezogene Aktivitäten auf den Weg gebracht, wie bspw. das erwähnte Kompetenznetzwerk surface.net für Betriebe, die sich auf Oberflächentechnik spezialisiert haben. Dieses ist somit als wichtiges Kompetenz- und Zukunftsfeld der Umweltwirtschaft im Bergischen Städtedreieck zu nennen.