Umweltwirtschaft NRW
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Region für die Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens

Regionalprofil Münsterland

Die Umweltwirtschaft des Münsterlands setzt in einer ohnehin wachstumsstarken Region ein Ausrufezeichen mit einem Beschäftigungsplus von 8,7 % zwischen 2009 und 2012 gegenüber 6,3 % in der Gesamtwirtschaft des Münsterlands.

Die 27.000 Erwerbstätigen entsprechen einem Lokalisationsquotienten (LQ) von 0,95 zu Nordrhein-Westfalen. Die Stärken der münsterländischen Umweltwirtschaft liegen in den Teilmärkten Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung und Umweltfreundlicher Landwirtschaft mit besonderen Kompetenzen in der Energiespeicherforschung und den Marktsegmenten Bioenergie und Grüne Agrartechnologie.

Der Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung zählt mit knapp 7.200 im Münsterland die meisten Erwerbstätigen. In keiner anderen Wirtschaftsregion in Nordrhein-Westfalen ist der Teilmarkt derart ausgeprägt (LQ 1,32 zu Nordrhein-Westfalen), was vor allem auf das starke Marktsegment Energieeffiziente Gebäude (6.200 Erwerbstätige; LQ 1,48 zu Nordrhein-Westfalen) zurückzuführen ist. Das Beschäftigungswachstum 2009–2012 ist im Teilmarkt mit 5,8 % im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen (3,9 %) ebenfalls hoch. Die besondere Stärke liegt bei Bau- und Installationsleistungen sowie zunehmend auch Architekturleistungen, was sich u. a. auf die handwerkliche Tradition und das „gesunde“ Handwerk im Münsterland zurückführen lässt. Die Unternehmenslandschaft ist in diesem Bereich mittelständisch geprägt und weist eine Vielzahl kleiner bis mittlerer spezialisierter Hersteller und Dienstleister auf, beispielsweise EnergieHaus aus Laer, Mabo Naturdämmstoffe aus Borken oder ÖkoBau H & R aus Rhede.

Das zweitgrößte Marktsegment ist Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft mit gut 6.000 Erwerbstätigen. Obwohl der Teilmarkt damit im Münsterland unterdurchschnittlich ausgeprägt ist (LQ 0,80 zu Nordrhein-Westfalen), finden sich herausragende Spezialisierungen und teilweise auch hohe Zuwachsraten an Erwerbstätigen 2009–2012 in den Marktsegmenten Abfallsammlung und -behandlung (LQ 1,20, +10,5 %), Anlagentechnik für die Abfallwirtschaft (LQ 1,40) sowie im kleinen Marktsegment Nachwachsende Rohstoffe und umweltfreundliche Materialien (1,47, +9,9 %). Den ersten beiden kommt der im Münsterland ebenfalls starke Maschinenbau zugute, während das Marktsegment Nachwachsende Rohstoffe und umweltfreundliche Materialien in erster Linie in der Baustoffindustrie fußt und teilweise in das Cluster Innovative Werkstoffe und Ressourceneffizienz der regionalen Wirtschaftsförderung eingebunden ist.

Unternehmenslandschaft

In den Teilmärkten Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft sowie Umweltfreundliche Landwirtschaft hebt sich die Region Münsterland besonders vom Durchschnitt Nordrhein-Westfalens ab. Mit rund 1.000 bzw. 500 Erwerbstätigen erreicht das Münsterland sehr hohe Lokalisationsquotienten von 2,09 bzw. 2,33 in diesen Teilmärkten. In der Nachhaltigen Holz- und Forstwirtschaft basiert dies vor allem auf Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerken.

Der Teilmarkt Umweltfreundliche Landwirtschaft setzt sich gleichwertig aus der ökologischen Produktion verschiedener Agrarprodukte und dem Marktsegment Grüne Agrartechnologie zusammen. Dieses umfasst die Entwicklung und Produktion von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen wie z. B. Systemen zum Precision Farming von AGRAVIS aus Münster oder Technik zur umweltfreundlichen Beizung von Riela aus Riesenbeck. Eine hohe Zahl von Patentanmeldungen deutet auf ein hohes Innovationspotenzial des Münsterlandes in diesem Bereich hin.

Der Teilmarkt Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung kann von 2009 bis 2012 ein herausragendes Wachstum von 19,9 % auf 3.000 Erwerbstätige vermerken. Überdurchschnittlich spezialisiert und dynamisch sind folgende Teilmärkte: Minderungs- und Schutztechnologien (1.000 Erwerbstätige, LQ 1,22, Erwerbstätigen-Zuwachs 6,6 % 2009–2012) aufgrund des im Münsterland besonders starken Marktsegments Lärmminderungs- und Luftreinigungstechnologien sowie die Wasserwirtschaft (5.200 Erwerbstätige, LQ 1,11, Erwerbstätigen-Zuwachs 12,0 % 2009–2012) vor allem durch Bau- und Installationsleistungen im Marktsegment Wasser- und Abwasserinfrastruktur.

Die Region Münsterland beherbergt mit Münster Electrochemical Energy Technology (MEET) und dem 2014 gegründete Helmholtz-Institut Münster (HI MS) zwei bedeutende Forschungszentren für Batterie- und Speichertechnologien für E-Fahrzeuge und den stationären Einsatz.
Zahlreiche weitere Initiativen für Erneuerbare Energien (z. B. Bioenergiepark Saerbeck, Netzwerk WINDWest und Bürgerwindparks) sowie zentrale Akteure der nordrhein-westfälischen Bioenergiebranche (u. a. EnviTec Biogas AG, PlanET Biogastechnik GmbH) ergänzen das Profil der Region.