Blick bachabwärts auf den Schurenbach entlang der Emscherstraße

Umwelt verbessern

Die Umweltwirtschaft sorgt für sauberes Wasser, gesunde Böden und gute Luft in Nordrhein-Westfalen. Sie schützt das Klima und schafft messbare Mehrwerte für das Ökosystem.

Darum geht‘s

Seit Jahrzehnten verfolgt Nordrhein-Westfalen eine ambitionierte Umweltpolitik. Als Vorreiter unter den wichtigen Industrieregionen Europas hat sich das Land zugleich zu einem Leitmarkt der Umweltwirtschaft entwickelt. Diese schützt und verbessert die Umwelt – mit messbarem Erfolg für Mensch, Natur und Artenvielfalt. 

„An unseren Luftmessstellen im Land lässt sich erfolgreiche deutsche Umweltpolitik ablesen. Smog, wie im Jahr 1985, werden wir hier in Nordrhein-Westfalen nicht mehr erleben.“

Elke Reichert, Präsidentin des Landesamts für Natur, Umwelt und Klimaschutz NRW (2025)

„Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden“ – die sprichwörtliche Forderung Willy Brandts aus dem Jahr 1961 gilt als Geburtsstunde der deutschen Umweltpolitik. Aus heutiger Sicht hat sich die Forderung erfüllt. Tatsächlich ist der Satz sogar kaum noch verständlich, so grundlegend haben sich Luft- und Wasserqualität in Nordrhein-Westfalen seit den 1960er-Jahren verbessert. Das ist auch ein Erfolg der Umweltwirtschaft. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich ihre innovativen Köpfe in Nordrhein-Westfalen mit der Frage: Wie lässt sich wettbewerbsfähige industrielle Wertschöpfung mit einem sorgsamen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang bringen?

Was heute als Umweltwirtschaft mit 60 Milliarden Euro Brutto­wert­schöpfung zur Wirtschaftsleistung beiträgt, nahm vielfach mit Ideen zur industriellen Abgasreinigung und Wasseraufbereitung seinen Anfang. Die entstandenen Technologien und Verfahren sind immer leistungsfähiger geworden. Mit den gestiegenen Kenntnissen und Möglichkeiten sind auch die Rahmengesetzgebung und Grenzwerte stetig weiterentwickelt worden. Zum Vergleich: Allein die Industrie im Ruhrgebiet setzte im Jahr 1985 noch ganze 513.450 Tonnen Schwefeldioxid frei. Das ist etwa 10.000 Mal mehr als 2024 in ganz Nordrhein-Westfalen insgesamt emittiert wurde (LANUK, 2025).

Auch die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind stark gesunken: seit 1990 um 53 Prozent. Damit hat sich der Ausstoß mehr als halbiert (MWIKE, 2026). Ebenfalls hat sich die Gewässerqualität stark verbessert. Auf der anderen Seite bleibt viel zu tun: So befassen sich aktuelle Wasserfilterungsverfahren vermehrt mit sogenannte Spuren- und Mikroschadstoffen, die über Abwasser, Landwirtschaft oder Regenabflüsse ins Wasser gelangen. Zudem erfordert die Anpassung an den Klimawandel enorme Anstrengungen. Notwendige Maßnahmen reichen vom Hitze- und Hochwasserschutz in Städten und Siedlungen bis hin zum Umbau der Wälder zu klimastabileren Mischwäldern. 

Ökologische Wirkung in Zahlen

Was leistet die Umweltwirtschaft für die Umwelt? Der Umweltwirtschaftsbericht NRW 2026 berechnet den Gegenwert ihrer positiven ökologischen Wirkungen in Euro (S. 27).

 

Mrd. €

Klimaschutz und 
-anpassung

 

Mrd. €

Boden- und Gewässerschutz

 

Mrd. €

Biodiversität und Landschaftsbild

 

Mrd. €

Ressourcenschutz

 

Mrd. €

Luftreinhaltung

„Im Unterschied zu anderen Branchen generiert die Umweltwirtschaft nicht nur einen ökonomischen Mehrwert, sondern stiftet zudem auch einen ökologischen Nutzen. Dieser Mehrwert ergibt sich aus den ökologischen Wirkungen ihrer Produkte und Dienstleistungen, die wesentlich zur Steigerung von Lebens- und Umweltqualität und zur Begrenzung  des Klimawandels beitragen.“ 

aus dem Umweltwirtschaftsbericht NRW 2026, S.25

Green Practice NRW

Saubere Meere, neue Produktionsverfahren

Boden, Wasser, Luft und Artenvielfalt

Zur Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen zählen Unternehmen, deren Angebote der Umwelt nutzen. Sie tragen dazu bei, dass weniger umwelt- oder klimaschädigende Substanzen freigesetzt werden. Oder sie dienen dazu, bereits vorhandene Schadstoffe zu entfernen. Auch können sie Mensch und Umwelt vor zukünftigen Beeinträchtigungen schützen. So stärkt die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen beispielsweise den Klimaschutz: unter anderem mit Windkraft- und Photovoltaikanlagen, Wärmedämmung und energieeffizienten Industrieprozessen. 

Schon heute prägt die Umweltwirtschaft unser Land und unseren Alltag: Bessere Filteranlagen in der Industrie sorgen zum Beispiel für saubere Luft, ebenso wie schadstoffarme Antriebstechnologien und eine umweltfreundliche Mobilität. Die Böden profitieren von einer nachhaltigen Forst- und Agrarwirtschaft oder vom Flächenrecycling ehemaliger Industriestandorte. Moderne Klärtechnik, Nährstoffmanagement und ein naturnaher Gewässerausbau erhalten die Trinkwasserqualität und sind gut für die Tier- und Pflanzenwelt. Gleichzeitig pflegt und erhält die Umweltwirtschaft naturnahe Flächen sowie stadtnahes Grün. Sie schützt die Artenvielfalt und leistet einen Beitrag zum Landschaftsbild. 

Messbarer Nutzen für Mensch und Umwelt

Die Umweltwirtschaft leistet zweierlei: Ihre Unternehmen erbringen eine ökonomische Wertschöpfung wie jeder Wirtschaftsbetrieb. Zugleich führt die Nutzung ihrer Produkte dazu, dass die Umwelt weniger geschädigt oder sogar verbessert wird. Sie verhilft also zu sauberer Luft, dekontaminierten Böden und klimaangepassten Innenstädten. Um diesen Umweltnutzen zu beziffern, berechnet der Umweltwirtschaftsbericht NRW seit 2024 die sogenannte ökologische Wertschöpfung sowie einen Gegenwert der vermiedenen Umweltschäden. Umweltschutz wird damit als quantifizierbare wirtschaftliche und gesellschaftliche Leistung sichtbar. Das Ergebnis unterstreicht, wie wichtig die Leistungen der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft bereits heute sind. 

Wertschöpfung und ökologischer Mehrwert

der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen (2025)

 

 Mrd. €

Ökonomische Wertschöpfung

 Mrd. €

Ökologische Wertschöpfung

 Mrd. €

Vermeidung von Umweltschäden

Quelle: Umweltwirtschaftsbericht NRW 2026, S.26