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Kreislaufwirtschaft mit Rendite

· Wuppertal

Wie wird aus dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit ein tragfähiges Geschäftsmodell? Viele Unternehmen stehen vor dem Problem, dass sich das finanzielle Risiko von zirkulären Geschäftsmodellen im Voraus kaum einschätzen lässt. Genau hier setzt das Wuppertal Institut an und schafft Abhilfe: Der "Circular Economy Business Case Calculator" bietet Betrieben eine fertige Lösung, um die Rendite zirkulärer Ansätze eigenständig abzuschätzen. Ob Refurbishment, Vermietung oder Reparaturdienstleistungen – das kostenfreie Tool macht komplexe Szenarien vergleichbar und zeigt auf, unter welchen Bedingungen sich der Wandel betriebswirtschaftlich lohnt.

Die Kreislaufwirtschaft steht in Deutschland weit oben auf der politischen Agenda: Anfang Juni 2026 hat das Bundeskabinett das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen. Wie groß der wirtschaftliche Hebel ist, zeigt eine Studie von BDI und Boston Consulting Group vom Mai 2026: Bis 2045 könnte die Circular Economy der deutschen Industrie rund 880 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung bringen.

Für das einzelne Unternehmen bleibt die entscheidende Frage bei diesen Gesamtzahlen jedoch oft unbeantwortet: Rechnet sich der Aufbau eines zirkulären Geschäftsmodells? Und ab wann? Wer über Reparatur, Refurbishment oder Vermietung nachdenkt, findet politischen Rückenwind und große Gesamtzahlen, aber kaum ein Werkzeug, um den eigenen Business Case durchzurechnen.

Vom komplexen Prozess zu klaren Zahlen

Zirkuläres Rechnen ist betriebswirtschaftlich weitaus komplexer als im linearen Wirtschaften. Gebrauchte Produkte müssen über eine aufwändige "Reverse"-Logistik zurückgeholt werden, wobei Qualitätsquoten eine entscheidende Rolle spielen, da nicht jeder Rückläufer brauchbar ist. Zudem treiben neue Prozessschritte wie die Demontage die Kosten in die Höhe.

Bisherige Analysen oder Tools berechnen dagegen meist nur das große Ganze oder fokussieren rein auf die ökologische Bilanz. Genau hier setzt der "CE Business Case Calculator" des Wuppertal Instituts an und schließt diese Lücke: Der Calculator erfasst alle relevanten Prozessschritte und übersetzt sie in betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Berücksichtigen lassen sich dabei sämtliche Erlöse, Investitionen, laufenden Betriebs- und Finanzierungskosten, wie verschiedene Unternehmen bereits erfolgreich testen konnten. Die Ergebnisse stellt das Tool anschließend in übersichtlichen Diagrammen dar.
Unternehmen können mit dem Rechner verschiedene der sogenannten R-Strategien durchspielen – vom Recycling bis Reparatur, Wiederverwendung oder Refurbishment. Auch der parallele Vergleich unterschiedlicher Szenarien, etwa für unterschiedliche Märkte oder Absatzprognosen, lässt sich abbilden.

"Um von diesem Gesamtbild zu einer fundierten Eigenbewertung zu gelangen, benötigen Unternehmen ein praxisnahes Instrument. Der Calculator stellt diese Entscheidungsgrundlage bereit und ermöglicht den Übergang von der Idee zur Umsetzung", betont Dr. Holger Berg, Co-Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut.

Entwickelt wurde der CE Business Case Calculator im EU-Projekt R-evolve. Dieses hat seinen Ausgangspunkt in der Möbelindustrie. Das Werkzeug ist aber bewusst branchenneutral angelegt, denn die Kreislaufwirtschaft betrifft nahezu jeden Sektor.

Kostenfrei und open source

Der CE Business Case Calculator steht ab sofort frei zur Verfügung. Das Tool ist als downloadbare Excel-Datei auf der Plattform Zenodo verfügbar. Die Nutzung ist kostenfrei. Die Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0) erlaubt es, das Werkzeug zu nutzen, anzupassen und weiterzugeben. Zusätzlich existiert ein praxisnaher Guide, ein Anwendungs-Tutorial als Video sowie weiterführende Dokumentation.

Über das Projekt

Das Tool entstand im Rahmen des Projekts R-evolve, das von der Europäischen Union im Rahmen von Horizon Europe gefördert wird (Fördervereinbarung Nr. 101182221).

Erstellt mit KI-Unterstützung

Das Wuppertal Institut nutzt teilweise Künstliche Intelligenz zur Textoptimierung gemäß unserer KI-Policy: Alle Inhalte durchlaufen vor der Veröffentlichung eine finale menschliche Qualitäts- und Richtigkeitsprüfung („Human-in-the-Loop“), die Verantwortung verbleibt vollständig beim Herausgeber. KI-erstellte visuelle Medien werden stets direkt am Bild oder im Begleittext ausgewiesen.

Weitere Informationen

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Pressemitteilung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Umweltwirtschaft in drei Sätzen

Die Umweltwirtschaft entwickelt und vermarktet Produkte, Verfahren und Dienstleistungen mit unmittelbarem Nutzen für Umwelt und Klima. Sie verbindet wirtschaftliches Wachstum und einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Ressourceneffizienz, Abwasserbehandlung, Abfallbehandlung, umweltfreundliche Mobilität und bodenschonende Agrartechnologien, erneuerbare Energien und die Entwicklung eines darauf aufbauenden Energiewirtschaftssystems sind Beispiele dafür.