Umweltwirtschaftsnews

Förderbescheide für grüne Start-ups: Bühne frei für die nächste Generation der Umweltwirtschaft in NRW

09.09.2026 · Gründerinnen und Gründer entwickeln neue Technologien, hinterfragen bestehende Prozesse und bringen Lösungen auf den Weg, die unsere Wirtschaft nachhaltiger, resilienter und wettbewerbsfähiger machen. Um sie auf diesem Weg zu unterstützen, hat NRW-Umweltminister Oliver Krischer insgesamt 19 umweltorientierten Start-ups ihren Förderbescheid übergeben. Die Förderung erfolgt im Rahmen der 5. Runde des EFRE-JTF-Aufrufs Grüne Gründungen.NRW.

Gruppenbild mit Minister, die Gründerinnen und Gründer halten symbolische Förderschecks in die Kamera
NRW-Umweltminister übergibt Förderschecks an die 19 ausgewählten Projekte der fünften Einreichungsrunde des Wettbewerbs Grüne Gründungen.NRW M. Kremer/PtJ

Innovative Start-ups aus Nordrhein-Westfalen erhalten damit Unterstützung für die Entwicklung und Erprobung ihrer Ideen – von der ersten technologischen Entwicklung bis zur Marktreife. Ihre innovativen Projekte aus ganz Nordrhein-Westfalen zeigen, was Umweltwirtschaft heute leisten kann: von neuen Recyclingverfahren für Textilien und Kunststoffe über KI-gestützte Systeme für Energiemärkte und Kläranlagen bis hin zu energieautarken Sensorknoten für das industrielle Internet der Dinge. 

Angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen wird deutlich: Ökologische Transformation und wirtschaftliche Stärke gehören zusammen. Wer Ressourcen effizienter nutzt, neue Technologien entwickelt und Wertschöpfung in Europa aufbaut, stärkt damit gleichzeitig Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Mit dem Förderwettbewerb Grüne Gründungen.NRW im Rahmen des EFRE-JTF-Programms NRW 2021–2027 unterstützt das Land NRW seit 2023 gemeinsam mit der Europäischen Union Start-ups aus der Umweltwirtschaft auf dem Weg von der Idee zum Markt. In den ersten fünf Wettbewerbsrunden wurden 326 Projektskizzen eingereicht und 65 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 40 Millionen Euro unterstützt.

Und die Erfolgsgeschichte geht noch einmal in die nächste Runde: Die 7. und vorerst letzte Einreichungsrunde läuft noch bis zum 30.09.2026, 14:00. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.in.nrw/massnahmen/gruene-gruendungen-nrw   

Geförderte Vorhaben im Überblick

  • MechSyn: Eine Prototypenanlage soll Nanomaterialien umweltfreundlich herstellen und langlebige Schadstoffe abbauen. Das mechanochemische Verfahren kommt ohne Lösungsmittel aus.
  • R-Trinity: Ein dezentrales Wartungssystem unterstützt Werkstätten dabei, Hochvoltbatterien zu reparieren, weiterzuverwenden oder zu recyceln. KI hilft bei der Entscheidung.
  • AVANTEX: Ein wasserbasiertes, elektrochemisches Verfahren soll gemischte Alttextilien recyceln und ihre Bestandteile für neue Anwendungen zurückgewinnen.
  • AdaptationReturn: Neue Kennzahlen machen Nutzen, Kosten und vermiedene Schäden von Klimaanpassungsmaßnahmen vergleichbar. Die Erprobung erfolgt mit NRW als Pilotregion.
  • MONOwaterproof: Entwickelt wird ein wasserdichtes Textil aus nur einer Materiallage, das ohne problematische Beschichtungen auskommt und vollständig recyclingfähig sein soll.
  • Power2Polymers: Nachhaltige Kunststoffe für Klebstoffe, Beschichtungen und Schmierstoffe werden weiterentwickelt. Ein Demonstrator bereitet die industrielle Skalierung vor.
  • ImmunoBoost: Biogene Wirkstoffe sollen die natürliche Abwehr von Nutzpflanzen stärken und chemische Pestizide ersetzen. Ein Hochdurchsatzverfahren identifiziert geeignete Substanzen.
  • KI-GasControl: Sensoren und KI steuern Deponiegasströme bedarfsgerecht. Das soll Methanemissionen reduzieren und die Energieausbeute erhöhen.
  • autoBat: Ein Batteriesystem mit lasttragender Kühlung soll schnelleres Laden ermöglichen. Ergänzend entsteht eine Entwicklungsumgebung für den automatisierten Batterieentwurf.
  • Zero Negative Energy: Batterielose Industriesensoren gewinnen ihre Energie selbst und passen ihren Betrieb daran an. Dadurch soll der Wartungsaufwand sinken.
  • Nerou.AI: Ein KI-Betriebsassistent analysiert Kläranlagendaten, erkennt Störungen und gibt Handlungsempfehlungen. Das entlastet Personal und spart Energie sowie Ressourcen.
  • METHANICA: Mikroorganismen wandeln grünen Wasserstoff und CO₂ in Methan um. Eine spezielle kohlenstoffbasierte Trägerstruktur soll den Prozess effizienter machen.
  • Rumen AI: Drahtlose Sensoren erfassen die Gasbildung im Pansen von Rindern. Die Auswertung soll eine emissionsärmere Fütterung und bessere Tiergesundheit unterstützen.
  • AERMI: Ein KI-gestütztes Analysesystem wertet regionale Energiemärkte in Echtzeit aus und unterstützt fundierte Investitionsentscheidungen für die Energiewende.
  • EASy: Modulare, langlebige Sensorsysteme für die Wasseranalyse werden zur Kleinserie weiterentwickelt und für den Praxiseinsatz erprobt.
  • CAS: Ein erdloses Anbausystem für medizinisches Cannabis arbeitet mit geschlossenen Kreisläufen. Es soll Wasser, Nährstoffe, Energie und Platz sparen.
  • OR.EF: Eine digitale Plattform hilft kleinen und mittleren Unternehmen, ihren Energieeinsatz zu optimieren und Flexibilität am Strommarkt zu vermarkten.
  • gomi: Eine offene Plattform erleichtert Kommunen die Zusammenarbeit mit Mobilitätsanbietern und die Integration neuer Angebote in nachhaltige Stadtentwicklungskonzepte.
     

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